Gehen Sie direkt zum Inhalt der Seite Gehen Sie zur Hauptnavigation Gehen Sie zur Forschung

In Österreich hat sich die Austrian Power Grid AG an Omexom gewandt, um die Stromversorgung für ihre neue 380-kV-Freileitung in Salzburg sicherzustellen. Besonderheit: Die Höhenlage.

Das österreichische Höchstspannungsnetz zeichnet sich durch seine ringförmige Struktur aus, welche die Versorgung der Kund:innen von zwei Seiten ermöglicht. Ringnetze haben am Eingang und Ausgang jeder Schaltanlage Sicherheitsfunktionen und Schutzschalter und bieten so den Vorteil, dass sie auch bei einer Störung den Weiterbetrieb ermöglichen: Wartungsarbeiten an Teilen der Anlage können ohne Stromabschaltungen durchgeführt werden.

Die 1960 errichtete, von der Austrian Power Grid AG betriebene 220-kV-Stromleitung verbindet die Umspannwerke Salzburg in Elixhausen (Flachgau) und Tauern in Kaprun (Pinzgau).

Der Bau einer neuen 380-kV-Freileitung wurde notwendig, um die Versorgungssicherheit des Landes zu gewährleisten und die österreichische Energiewende zu unterstützen. Die 220-kV-Leitung stellt nämlich einen Engpass dar, insbesondere wenn erneuerbare Energie, allen voran die in Österreich stark wachsende Windkraft, ins Netz eingespeist wird.

„Aufgrund dieser speziellen Gegebenheiten waren die Arbeiten über viereinhalb Jahre zu planen anstatt über zwei Jahre wie bei einer herkömmlichen Baustelle“.

Der 380-kV-Ring wird somit zum Rückgrat der österreichischen Stromversorgung. Mit Baukosten von rund 890 Millionen Euro soll die neue, 128 Kilometer lange Salzburgleitung nun den Lückenschluss für das Netz im Westen des Landes schaffen.

„Die Bauarbeiten, die auch die Ertüchtigung des Netzes und den Bau neuer Umspannwerke und Netzknoten umfassen, sind im Januar 2020 angelaufen. Die Leitung soll im April 2024 fertiggestellt sein“, so Jens Schulz, Divisionsleiter Freileitungsbau Süd/West bei Omexom Hochspannung in Österreich, eine Business Unit der Marke VINCI Energies für Energieinfrastrukturen, die mit dem Projekt betraut ist.

Innovative Konstruktionsmethoden

Aufgrund der Topographie dieser Gebirgsregion ist der Bau der neuen Leitung jedoch mit einigen Schwierigkeiten verbunden. „Die alpine Lage des Standorts erschwert den Zugang zu einigen Masten, dazu kommen noch die Wetterbedingungen in den Bergen“, erklärt der Divisionsleiter von Omexom Hochspannung.

Ein weiteres Hindernis: „Außerdem mussten wir Zutrittsbeschränkungen zu bestimmten Schutzgebieten berücksichtigen, z. B. während der Nistzeiten oder weil zu gewissen Jahreszeiten keine Bäume gefällt werden dürfen. Aufgrund dieser Besonderheiten waren die Arbeiten über viereinhalb Jahre zu planen anstatt über zwei Jahre wie bei vergleichbaren Projekten dieser Größenordnung.“

Um diesen besonderen Bedingungen gerecht zu werden, musste die Business Unit das bestehende Netz von Waldwegen ausbauen, für schmale Wege geeignete Lastwagen einsetzen und Kräne auf mobilen Plattformen verwenden. An einigen Stellen ist der Einsatz von Seilbahnen und Hubschraubern vorgesehen. Bisweilen werden für die Ausführung der Montagearbeiten sogar Hilfskonstruktionen, die sogenannten Stockbäume, aufgebaut, wenn der Standort eines Masts mit einem normalen Kran nicht erreichbar ist.

„Wir haben Partnerunternehmen aus der Schweiz und Italien, die auf solche Arbeiten spezialisiert sind, mit der Schulung unserer Teams beauftragt“, erläutert Jens Schulz. Der Innovationscharakter dieses Projekts liegt also insbesondere in der Fähigkeit, diese ganz unterschiedlichen Konstruktionsmethoden abzubilden.

16/06/2022