Actemium hat für die Druckerei der Banque de France in Chamalières (Zentralfrankreich) eine vollautomatische Geldschein-Verpackungslinie geplant und realisiert. Die Prozesse werden dadurch sicherer, produktiver und rückverfolgbarer.

Im zentralfranzösischen Chamalières öffnet die Banque de France ihre Tore – jedenfalls für Roboter. Angesichts der notwendigen Modernisierung der Banknotendruckerei wurde ISI, ein zum Actemium-Netzwerk (VINCI Energies) gehöriger Industriesystemintegrator, mit der Umgestaltung der Geldschein-Verpackungslinie beauftragt.

Vor der Realisierung überlegte ISI im Rahmen des wettbewerblichen Dialogs  „gemeinsam mit den Leitern der Druckerei der Banque de France, wie die Fabrik von morgen aussehen könnte“ erzählt der BU-Leiter von ISI, François Gsell. Diese Phase hat der Kunde sehr geschätzt, denn er konnte im Rahmen dieser Vorstudie „die verschiedenen Automatisierungsszenarien prüfen, mit denen wir zwei Ziele erreichen wollten“, so Michel Antony, Prozesseinkäufer für die Banknotenherstellung bei der Banque de France: „Die vollautomatische Banknotenverpackungsanlage sollte am derzeitigen Standort installiert werden, aber bereits für den Umzug in die neue Fabrik vorbereitet sein, in der wir Papierherstellung und Druckerei zusammenführen wollen. “

Diese Vorüberlegungen sind von großer Bedeutung“, unterstreicht Gsell, „weil wir hier einen Mehrwert generieren können“. Für die Druckerei der Banque de France bestand dieser in einem Qualitätssprung in Sachen Sicherheit und einem Geschwindigkeitszuwachs bei der Verpackung der „Pakete“ mit jeweils 1.000 Banknoten.

Sicherheit und Produktivität

Bis zur Umgestaltung der Druckerei in Chamalières war der Verpackungsprozess teilautomatisiert; zwischen den einzelnen Prozessschritten musste noch Hand angelegt werden. Genau diesen direkten Kontakt zwischen Mitarbeitern und Geldscheinen wollte das Management der Banque de France vermeiden, sowohl aus Sicherheitsgründen als auch zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen an der Linie durch die Verringerung einfacher Handlingaufgaben. Dritter Vorteil dieser Automatisierung: „die vollständige Rückverfolgbarkeit“ so Gsell.

In der neuen Produktionslinie übernimmt ein mit Umgebungsscannern ausgestatteter Spezialroboter, der sich in der Druckerei frei bewegen kann, den Transport zwischen den einzelnen Stationen.

Transport innerhalb der Druckerei, Folierung (die Geldschein-„Pakete“ werden in Plastikfolie eingeschweißt), Etikettierung, Kartonnierung, Palettierung, Sortierung der Kartons bis hin zur Wägung und zum Abtransport der Paletten am Linienende…ab sofort werden alle diese Arbeiten von Robotern übernommen, der Prozess läuft vollautomatisch.

Zwischen den Stationen werden die Geldscheine von einem Spezialroboter transportiert, dem so genannten AIV (Autonomous Indoor Vehicle). Dank seiner Umgebungsscanner kann es sich in der Druckerei völlig frei bewegen und festen oder mobilen Hindernissen (Personal, Paletten, andere AIVs) ausweichen. „Die Innovation von ISI“, erläutert François Gsell, „besteht darin, dass wir auf dem Fahrzeug einen geldschrankartigen Behälter montiert haben, der sich nur in autorisierten Bereichen öffnen lässt. “

Optimierung der Warenströme

ISI stand vor einer weiteren Herausforderung, die für den Systemintegrator aber durchaus zum Tagesgeschäft gehört: Bei der Montage der neuen Verpackungslinien durfte die Produktion nicht unterbrochen werden. Weil die sechs Anlagen nacheinander ausgetauscht wurden, waren fünf Linien ständig in Betrieb.

In einigen Jahren sollen diese vollautomatischen Linien dann in die neue Fabrik umziehen. Dort werden Papierherstellung und Druckerei zusammengeführt, um „die Materialströme zu optimieren und die Ausgaben für die Sicherheitseskorte zu sparen“, erklärt Michel Antony. Zwischen den beiden heutigen Standorten muss die Banque de France nämlich derzeit noch teure Geldtransporte durchführen. Und den sicheren Transport von Banknotenpapier kann kein Roboter übernehmen.