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Die Vernetzung von Produktionsmitteln bietet der Industrie und dem Dienstleistungssektor enorme Entwicklungsmöglichkeiten. Doch dafür ist die Wahl des passenden Industrial Internet of Things (IIoT)-Netzwerks nötig. Ein Beispiel ist der Wasserversorger Águas do Norte in Portugal.

Die von Actemium konzipierte Lösung liefert Leistungsindikatoren darüber, wie rasch Fehlermeldungen erfasst und Fehler behoben werden.

Prozessoptimierung, bessere Anlagenverfügbarkeit dank prädiktiver Instandhaltung, höhere Sicherheit, ständige Qualitätskontrolle, Kostensenkung… Daten sind eine wesentliche Voraussetzung für industrielle Effizienz. Das Konzept Industrie 4.0 mit der Vernetzung der Produktionsmittel ist unaufhaltsam auf Erfolgskurs, im Hinblick auf die industriellen und sicherheitstechnischen Anforderungen spielt die Wahl der richtigen Lösungen im Bereich des Industrial Internet of Things (IIoT) jedoch eine entscheidende Rolle.

In Portugal stand Águas do Norte vor einer solchen Entscheidung. Der Wasserversorger war auf der Suche nach einer Plattform, auf der alle Informationen über sein Netz, die bis dato auf unterschiedliche Systeme verteilt waren (Alarmmeldungen, Visualisierungsmethoden…) in Echtzeit zusammenlaufen sollten. Actemium Portugal, eine Business Unit der auf Industrieprozesse spezialisierten Marke von VINCI Energies, konzipierte für den Versorger eine Ad-hoc-Melde- und Benachrichtigungszentrale (Central de Alertas e Notificações, kurz CAN).

„Mit der für Águas do Norte entwickelten Software lassen sich Betriebskosten senken.“

Diese Plattform wurde auf der Grundlage diverser SCADA-Systeme (Supervisory Control and Data Acquisition*) entwickelt. „Damit haben wir eine hochgradig skalierbare Struktur geschaffen, in die sich nicht nur SCADA-Systeme, sondern auch Informationen aus anderen Quellen mit IoT-orientierten Entwicklungstools integrieren lassen“, erläutert José Sacramento, Business Unit Manager bei Actemium Portugal.

Teamarbeit und Kostensenkung

Konkret liefert das System mithilfe von Modulen für maschinelles Lernen verschiedene statistische Indikatoren in Zusammenhang mit den diversen Meldungsarten und Ereignissen. Es identifiziert und priorisiert Alarme automatisch und sortiert dabei Fehlalarme aus. Die Plattform zeigt auch an, wie schnell die Erkennung und Behebung von gemeldeten Alarmen funktioniert. Alle Indikatoren werden in einer Datenbank gespeichert und dann von KI-Algorithmen verwendet.

„Die Software, die auf der Grundlage der Informationen aus Unwetterwarnungen, Wartungsplänen und dem Fuhrparkmanagement von Águas do Norte entwickelt wurde, ermöglicht eine effizientere Verwaltung der Systeme, fördert die Teamarbeit und senkt die Betriebskosten“, so Sacramento. „Dadurch können wir Betriebsrisiken zueinander in Beziehung setzen, entsprechende Vorhersagen treffen und somit schneller auf Ausnahmesituationen reagieren.“

Dank der Nutzung von Apps auf mobilen Geräten sind die Teams vor Ort beweglicher und können besser zusammenarbeiten, da sie in Echtzeit Zugriff auf dieselben Informationen haben. „Die Reaktionszeit kann sich dadurch auf weniger als zwei Stunden verringern. In einigen Fällen wird sogar vorsorglich gehandelt, bevor es zu einem Ausfall kommt”, erläutert der Business Unit Manager von Actemium Portugal.

Das von Actemium entwickelte Projekt nahm im November 2020 seinen Anfang und ist seit April 2021 in Betrieb. Mit Águas do Norte wurde ein neuer Vertrag unterzeichnet, auf dessen Grundlage je nach Bedarf neue Funktionen entwickelt werden können, beispielsweise die kürzlich in die Plattform integrierte Anzeige der Wasserqualität der Stauseen anhand von vier Kennzahlen. Diese werden aus Satellitenbildern gewonnen, die mit Algorithmen des maschinellen Lernens verarbeitet werden. „Momentan sind wir an der Ausarbeitung eines Angebots für einen weiteren Wasserversorger in Portugal“, so José Sacramento.

*Supervisory Control and Data Acquisition: Ein industrielles Überwachungssystem, mit dem in Echtzeit große Messdatenmengen verarbeitet und Anlagen remote gesteuert werden können.

17/11/2022