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Im schwedischen Kristianstad verwandelt sich das ehemalige Einkaufszentrum Galleria Boulevard in einen „nachhaltigen“ Unicampus. Mit dem HKR Citycampus halten Bildung, Innovation und Ökologie im Stadtzentrum Einzug.

Im südschwedischen Kristianstad wird das Einkaufzentrum Galleria Boulevard sein Gesicht bald radikal verändern. Seit ihrem Bau im Jahr 2015 steht ein Drittel der Einkaufsgalerie leer. Dieser Teil befindet sich nun im Abbruch, und 10.000 m² Betonplatten werden im derzeit größten schwedischen Beton-Rückgewinnungsprojekt des Bauunternehmens Skanska und des Projektträgers BD Fastigheter wiederverwendet.

In einigen Jahren soll am Standort der neue Campus der Universität Kristianstad (HKR) einziehen, ein Leuchtturmprojekt für nachhaltige Stadterneuerung. Der von BD Fastigheter, einer Tochtergesellschaft der stadteigenen Firma AB Kristianstadsbyggen, entwickelte neue HKR Citycampus soll die Uni ins Stadtzentrum bringen und die Hochschule mit der betriebsnotwendigen Infrastruktur ausstatten.

Die Uni ist derzeit fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt in Näsby ansässig. Am neuen Standort soll es Flächen für Forschung und Lehre sowie Gemeinschaftsräume geben, ergänzt durch eine öffentliche Bibliothek, Cafés und Grünflächen.

Stadtzentrum und nachhaltige Entwicklung

„Ein Teil des Einkaufszentrums wird abgerissen; zusätzlich müssen Nachbargrundstücke angekauft werden“, erläutert Björn Dahlström, Design Manager bei Eitech, eine Tochtergesellschaft von VINCI Energies, die für die Planung und Montage der Elektroinstallationen, der Beleuchtung, der Telekommunikationsanlagen und der Sicherheitstechnik des neuen Standorts zuständig ist. Das Projekt ist derzeit in der Entwurfs- und Planungsphase und soll 2029 abgeschlossen sein. „Seit letztem Frühjahr arbeiten wir an der Entwurfsplanung und der Kostenschätzung für den ersten Bauabschnitt. Wenn wir grünes Licht bekommen, beginnt die Detailplanung Anfang 2026, und im zweiten Quartal folgt der Erdbau. Die Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2029 vorgesehen.”

Wiederverwenden, optimieren, gemeinsam nutzen

Damit sollen zwei Ziele erreicht werden: die Schaffung eines modernen, nachhaltigen Campus und die Wiederbelebung des Stadtzentrums. Das Projekt zeichnet sich durch seinen kreislaufwirtschaftlichen Ansatz und das beständige Streben nach technischer Effizienz aus. „Wir haben Niederspannungsausrüstungen auf Lager, die wir wiederverwenden wollen“, erläutert Björn Dahlström. „Außerdem wollen wir die vorhandenen Sammelschienen* wiederverwenden und anpassen.“ Dieser auf Wiederverwendung ausgerichtete Ansatz ist Teil eines Umweltkonzepts, um Baustellenabfälle zu minimieren und die Klimabilanz zu verbessern.

„Ein symbolträchtiges, intelligentes Umnutzungsprojekt, das Bildung, Technologie und Nachhaltigkeit mitten ins Stadtzentrum bringt. » 

Die gemeinsame Nutzung technischer Ressourcen ist ein weiterer Grundpfeiler des Projekts. „Anstatt einen Sensor für die Beleuchtung und einen weiteren für die Lüftung zu installieren, verwenden wir ein einziges integriertes System. Natürlich sinkt dadurch der Stromverbrauch etwas, aber es geht uns vor allem darum, Zeichen zu setzen, indem wir weniger Equipment verbauen“, unterstreicht der Design Manager.

Eitech arbeitet auch bei der Implementierung eines gemeinsamen Energienetzes mit. Darüber soll Solarstrom zwischen einem Campusgebäude und Häusern in der Nachbarschaft ausgetauscht werden können. „Bei dem Projekt werden Lösungen untersucht, um Sonnenstrom gemeinsam zu nutzen. Ein innovativer Ansatz für einen Standort im Stadtzentrum“, so Dahlström weiter.

Anspruchsvolle Baumaßnahme in der Innenstadt

Weil der neue Campus mitten in Kristianstad entsteht, ist eine sorgfältige Planung erforderlich. „Das Projekt liegt im Zentrum, und wir müssen für eine störungsfreie Baustellenlogistik in beide Richtungen sorgen“, erklärt Dahlström. Die Koordination zwischen den verschiedenen Gewerken, der Materialfluss und der unterbrechungsfreie Betrieb aller Versorgungsleitungen erfordern eine engmaschige Organisation.

Wenn die ersten Studierenden 2029 ihren neuen Campus in Besitz nehmen, profitiert die gesamte Stadt davon. Die Universität tritt wieder in direkte Interaktion mit Anwohner:innen, Geschäften und Kulturleben. Mit der Wiederverwendung existierender Infrastruktur, technischen Innovationen und ökologischen Ambitionen will das Projekt ein neues Campuskonzept verwirklichen. „HKR Citycampus ist ein symbolträchtiges, intelligentes Umnutzungsprojekt, das Bildung, Technologie und Nachhaltigkeit mitten ins Stadtzentrum bringt“, fasst Dahlström zusammen.

*Sammelschienen sind leitende Metallschienen für die effiziente Stromverteilung.

16/02/2026