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Rechenzentren sind das Herzstück der digitalen Transformation. Ihr sehr schnelles, starkes Wachstum wirft allerdings Fragen hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Sicherheit auf. Fragen, die nicht nur im Betrieb gelöst werden müssen, sondern bereits bei der Entwurfsplanung dieser „etwas anderen“ Gebäude.

Die explosionsartige Zunahme der Datenmenge, der Boom beim Cloud Computing, dem Internet der Dinge sowie in jüngerer Zeit bei der künstlichen Intelligenz und der digitalen Souveränität haben für einen deutlich höheren Bedarf an digitaler Infrastruktur gesorgt. Im Zentrum dieser dynamischen Entwicklung stehen die Rechenzentren, sozusagen die Kathedralen des Digitalzeitalters, wo Informationen aus der ganzen Welt gespeichert und verarbeitet werden.

Kathedralen, die allerdings wie Pilze aus dem Boden schießen! Laut Emergen Research dürfte der Rechenzentrumsmarkt, der 2024 noch auf ein Volumen von 386,5 Mrd. Dollar geschätzt wurde, bis 2034 auf 1.004,9 Mrd. Dollar anschwellen – eine jährliche Zuwachsrate von 11,2 %.

Der Grund für diesen Boom? „Die Wirtschaft braucht flexible und skalierbare IT-Umgebungen, die sich an ihren betrieblichen Bedarf anpassen“, erläutert Célia Martins Cerdeira, Global Expertise Manager Cloud & Datacenter Infrastructure bei Axians. „Viele Unternehmen entscheiden sich für private oder hybride Clouds und suchen Lieferant:innen, die ihre Infrastruktur hosten und absichern können. Diese Entwicklung führt zum Bau immer größerer, kundennäherer Rechenzentren, um Leistungsfähigkeit und hohe Verfügbarkeit zu gewährleisten.”

Aufgrund der Kosten und der technischen Komplexität entscheiden sich viele Organisationen für „As a Service“-Modelle. „Das sorgt für eine bessere Budgetkontrolle und sichert gleichzeitig das notwendige Know-how zum Management immer komplexerer hybrider oder Multicloud-Umgebungen. Die Auslagerung bringt nicht nur Hostingkapazität, sondern auch Beratung und Managed Services“, fügt die Expertin hinzu.

Die europarechtlichen Vorgaben (NIS2-Richtlinie, DORA-Richtlinie) sowie die Forderung nach digitaler Souveränität stärken die Position lokaler Akteur:innen, während die Wirtschaft gleichzeitig versucht, ihre Abhängigkeit von Lieferant:innen im Geltungsbereich des amerikanischen Cloud Act zu reduzieren.

Von der Datenspeicherung zum Höchstleistungsrechnen

Vor diesem Hintergrund wirkt die künstliche Intelligenz als wesentlicher Katalysator. Der KI-Workload erfordert massive Rechenkapazitäten und hochleistungsfähige Infrastruktur – das setzt grundlegende Änderungen bei Konzeption und Management von Rechenzentren voraus. „Die Standorte entwickeln sich vom einfachen Hosting-Modell zu leistungsstärkeren Zentren, die allerdings auch mehr Energie verbrauchen“, bemerkt Marc Fischer, Business Unit Manager bei Cegelec Data Center Ile-de-France (VINCI Energies Building Solutions).

„Nachhaltigkeit und Kostenoptimierung sind derzeit die beiden größten Herausforderungen.”

Um die Rechenleistung näher an die Nutzer:innen zu bringen, setzen die Cloud-Giganten („Hyperscaler“) Microsoft, Amazon und Google auf lokale Standorte, während sich auch „On-Premise“-Rechenzentren entwickeln.

Herausforderung Energieversorgung und Umweltschutz

Die sehr starken Zuwächse werfen viele Fragen auf. „Nachhaltigkeit und Kostenoptimierung sind derzeit die beiden größten Herausforderungen“, unterstreicht Martins Cerdeira.

Wenn ein Rechenzentrum mit 15 MW Leistung – also ein kleiner Hyperscaler – mit halber Auslastung läuft, kann es genauso viel Strom verbrauchen wie eine europäische Stadt mit 30.000 Einwohner:innen. Die Errichtung des Gebäudes, die Herstellung der Server, die Kühlung (mit hohem Energie- und Wasserverbrauch) sowie die Entsorgung der Hardware tragen zu einem erheblichen globalen Umwelt-Fußabdruck bei.

„Um die Klimabilanz des Sektors zu verbessern, müssen diese Infrastrukturen dort gebaut werden, wo der Strom möglichst klimaneutral hergestellt wird“, so Fischer. „Ein Rechenzentrum in Frankreich weist aufgrund des sehr CO2-armen Strommixes eine wesentlich bessere Klimabilanz auf als eine vergleichbare Einrichtung in Deutschland oder den USA.”

Es entstehen neue Ansätze wie GreenOps, die optimierte Cloud- und Infrastrukturkosten (FinOps) mit einer guten Umweltbilanz in Einklang bringen. „Jede Rechenoperation kostet Geld und geht zulasten der Umwelt“, erläutert Martins Cerdeira. „Bei GreenOps wird die Nutzung der IT-Ressourcen sehr kleinteilig so gesteuert, dass sich die Klimabilanz verbessert und gleichzeitig die Kosten optimiert werden. Möglich wird dies durch maximale Energieeffizienz.”


VINCI Energies: Nachhaltigkeit als Kernstrategie

Der Rechenzentrums-Boom zwingt dazu, neu über die Konzeption und den Betrieb dieser eminent wichtigen Infrastrukturen nachzudenken. Auf diesem strategischen Markt deckt VINCI Energies die komplette Wertschöpfungskette ab. Mit der Marke Building Solutions ist die Gruppe an der Planung und Errichtung der Stromversorgung, der Klima- und Sicherheitstechnik sowie des technischen Gebäudemanagements beteiligt. Axians kümmert sich um die Digitaltechnik (Netzwerk, Server, Cloud, Cybersicherheit, Data Analytics), und das von der strategischen Beratung bis hin zum operativen Betrieb. Außerdem verfügt Axians über mehrere Kompetenzzentren in unterschiedlichen Ländern, von wo aus Fachleute die Fernsteuerung von Infrastrukturen rund um den Globus übernehmen.

Für VINCI Energies gehört Nachhaltigkeit zur Kernstrategie. Die Gruppe nutzt hier mehrere Stellhebel: klimafreundliche Baustoffe, „grüne“ Kraftstoffe, Kältemittel mit geringer Treibhausgaswirkung, Einspeisung der Abwärme in Fernwärmenetze, verbrauchsarme, recyclingfähige Hardware.

„Rechenzentren dekarbonisieren und besser in ihre Umgebung einbinden, indem wir positive externe Effekte maximieren.”

Das Ziel ist klar: Wir wollen Rechenzentren dekarbonisieren und besser in ihre Umgebung einbinden, indem wir positive externe Effekte maximieren“, erläutert Fischer. „Die Rückgewinnung der Abwärme aus den GPU [Graphic Processor Units, Grafikprozessoren] ist ein wesentlicher Schwerpunkt. Das ist nämlich das einzige Mittel, um die Klimabilanz von Rechenzentren weiter zu verbessern, auch wenn dieser Parameter nicht in die Berechnung der PUE [Power Usage Effectiveness, eine Kennzahl für die Energieeffizienz] mit einfließt.”

Cybersicherheit und Leistungsfähigkeit sind zwei Seiten einer Medaille. VINCI Energies Building Solutions bietet Systeme für die Gebäudesicherheit und das technische Gebäudemanagement an, während Axians Zero Trust-, SASE- und SOC-as-a-Service-Lösungen im Portfolio hat. „Im Rahmen der IT-/OT-Konvergenz arbeiten wir auch mit Actemium zusammen, um produktionskritische Industriesysteme (SCADA, MES, ERP) zu schützen“, unterstreicht Martins Cerdeira.

16/03/2026