gafa

Google

Aufgrund der weltweiten Digitalisierung brauchen die großen, energiehungrigen Internet-Konzerne dringend Zugang zu erneuerbaren Energiequellen.

Seit mehreren Jahren wird GAFA (Google, Amazon, Facebook, Apple) von Greenpeace aufgrund der Umweltauswirkungen unter Druck gesetzt. Die Infrastrukturen der digitalen Welt wie etwa Rechenzentren, Netzwerke und Cloud verbrauchen nämlich Unmengen an Energie.

Die digitale Globalisierung ist jedoch bei weitem noch nicht abgeschlossen, denn bisher profitiert erst die Hälfte der Menschheit davon. Außerdem bietet das Internet der Dinge bedeutende Entwicklungsmöglichkeiten. Bereits heute steigt der Stromverbrauch von Rechenzentren stark an: von 2 % im Jahr 2012 könnte ihr Anteil am Weltstromverbrauch bis 2030 auf 13 % steigen.

Angesichts dieser Situation mussten die großen Internet-Konzerne handeln. Die bereits vor Jahren angestoßene Nutzung erneuerbarer Energien ist ein wichtiger Schritt nach vorne, um die Abhängigkeit von nicht erneuerbaren Energieträgern zu verringern und unabhängig bei der Stromversorgung zu werden.

Wo steht GAFA aktuell? In seinem jüngsten Bericht zum Energieverbrauch der Internet-Riesen, verteilt Greenpeace Plus- und Minuspunkte.

Im dritten Jahr in Folge zeigt sich Apple als Musterschüler. Der Riese mit dem Apfel deckt laut Bericht 83 % seines Energieverbrauchs aus Erneuerbaren. Im letzten Geschäftsbericht spricht Apple gar von 93 %.

Und der Konzern nähert sich seinem Ziel weiter an: In diesem Jahr eröffnen neue, zu 100 % mit erneuerbarer Energie betriebene Rechenzentren in Irland und Dänemark, die in den Folgejahren sukzessive ausgebaut werden sollen. Vor kurzem hat Apple überdies eine Solarfarm in Arizona in Betrieb genommen.

Auch Google zeigt sich vorbildlich und investiert seit knapp zehn Jahren in Sonnen- und Windenergie. Im Dezember kündigte das Unternehmen an, dass ab diesem Jahr die weltweit 13 Rechenzentren und 150 Bürostandorte ausschließlich saubere Energie verbrauchen werden. Greenpeace nannte im letzten Bericht die Zahl von 56 %.

Facebook hat die 2015 gemachten Zusagen – 50 % Erneuerbare bis 2018 – bereits übertroffen, denn Greenpeace sieht den Konzern schon bei 67 %. Amazon liegt mit 17 % noch zurück, aber auch hier werden die Projekte immer zahlreicher, und bis Ende des Jahres sollen 50 % erreicht sein.

Stromlieferanten

Neben seinem Eigenverbrauch will ein Konzern wie Google als Innovationsführer auch anderen Unternehmen und Branchen dabei helfen, einen Großteil des Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen zu decken. Bereits 2007 investierte er in erneuerbare Energien und gründete zwei Jahre darauf sogar eine Tochter in diesem Bereich, Google Energy. Google hat ein Weißbuch veröffentlicht, in dem der Konzern keinen Hehl aus seinen Zielen macht. „Wir wollen eine Welt schaffen, wo letztlich alle – nicht nur Google – Zugang zu sauberer Energie haben“. Apple gründete seinerseits im Juni 2016 eine eigene Struktur für das Stromgeschäft. Apple Energy soll den überschüssigen Strom verkaufen, der tagsüber von den zahlreichen Solarfarmen des Konzerns produziert wird. Amazon hüllt sich hinsichtlich der geplanten Projekte derzeit noch in Schweigen, während Facebook auf Partnerschaften mit anderen Großkonzernen setzt und kürzlich den von World Resources Institute und WWF formulierten Corporate Renewable Energy Buyers‘ Principles beitrat.
18/04/2017