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© Cédric Helsly

Die digitale Revolution bringt neue Arbeits- und Beschäftigungsformen hervor. Planer und Betreiber von Dienstleistungsgebäuden müssen deshalb über neue Raumnutzungskonzepte nachdenken.

„In Zukunft werden wir überall arbeiten, außer am Arbeitsplatz.“ Diese Behauptung ist nur scheinbar überraschend. Alle derzeitigen Prognosen über zukünftige Arbeitsgewohnheiten stellen das Büro als einzigen Ort zur Ausübung von Dienstleistungsaktivitäten in Frage.

In einer Zeit, in der die digitale Revolution dafür sorgt, dass jeder überall und jederzeit online sein kann, ist die „verteilte Arbeit”, die an unterschiedlichsten Orten (zuhause, in Cafés, im Zug, in Coworking-Spaces, Parkanlagen usw.) und zu unterschiedlichsten Zeiten geleistet wird, nicht mehr nur akademischen und kreativen Berufen vorbehalten.

Das Unternehmen selbst wird zu einem Ort, das Mehrfachtätigkeit fördert. „Arbeitsbereiche wurden bisher nach zwei Grundkonfigurationen konzipiert: Büro und Besprechungsraum. Heute müssen wir diese Konzepte aufgaben- und zielorientiert überdenken und vor allem auf Modularität ausrichten“, erläutert David Ernest, Leiter Innovation und Energie bei VINCI Facilities.

Untersucht wird alles, was zu Ideenaustausch und kollektiver Intelligenz beiträgt.

Brainstorming-Räume, Begegnungszonen, Projektbereiche, Videokonferenzräume, Werkstätten für schnelles Prototyping, Schulungsräume vom Typ „Active Learning“, aber auch Pausenbereiche zur Entspannung: Planer und Bewirtschafter von Dienstleistungsgebäuden untersuchen derzeit alles, was zu Ideenaustausch und kollektiver Intelligenz beiträgt oder das Entstehen von Zufallsprojekten fördert – das berühmte Serendipity-Prinzip.

„Arbeitsräume verändern sich ständig, um sich an neue Nutzungsformen anzupassen. Dies führt notwendigerweise dazu, dass der Flächenbedarf sinkt. Die Wirtschaft, wo Mietzahlungen den zweitgrößten Ausgabeposten nach Löhnen und Gehältern darstellen, wird diese Ressource in der einen oder anderen Form nutzen müssen. Beispielsweise, indem sie Räume für externe, nicht notwendigerweise nur gewerbliche Nutzungen zur Verfügung stellt“, analysiert Ernest.

Neue Beschäftigungsformen

Und der Trend könnte sich durch die Entstehung neuer Beschäftigungsformen weiter beschleunigen. Denn zur verteilten Arbeit gesellt sich die „verteilte Beschäftigung“ hinzu:  Selbständige, Interimsmanager, Teilselbständige, „Open Contributors“, Mehrfachbeschäftigte usw.

Auch wenn die Situationen und Gründe dafür jeweils sehr unterschiedlich sind, gibt es tendenziell eine Gemeinsamkeit bei diesen neuen Beschäftigungsformen: es handelt sich um hybride Tätigkeiten, Rechtsverhältnisse und Arbeitsverträge. Eine Hybridisierung, an die sich Dienstleistungsimmobilien sehr schnell anpassen müssen.

03/04/2017