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Ein Erfolgsfaktor der Energie- und Umweltwende ist eine kleinteilige Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Lehre, um die Lerninhalte so gut wie möglich auf die von den Unternehmen benötigten Kompetenzen zuzuschneiden. Ein Beispiel aus Metz (Ostfrankreich), wo die Ingenieurshochschule Ecole nationale supérieure des Arts et Métiers mit VINCI Energies und ArcelorMittal Global F&E gemeinsam zwei neue Studiengänge entwickelt.

Ökologische Wende und digitale Transformation sind zwei Aufgaben, die in der Industrie besondere Dringlichkeit haben. Gleichzeitig jedoch hapert es an Fachpersonal. Nachwuchskräfte anzuziehen, auszuwählen und weiterzuentwickeln setzt voraus, dass genügend Absolvent:innen mit genau auf die Bedürfnisse der Arbeitgeber:innen abgestimmten Kompetenzen vorhanden sind. Die Umsetzung von groß angelegten Energiespar-, Dekarbonisierungs- und Digitalisierungsprojekten erfordert nämlich spezifische Fachkenntnisse, die derzeit Mangelware sind.

Natürlich liegt es im Ermessen der Hochschulen, ihre Studiengänge an die Nachfrage anzupassen – angesichts der derzeitigen Engpässe wird diese Anpassung allerdings zum kritischen Imperativ. Deshalb denken immer mehr Unternehmen und Hochschulen über mögliche Formen der Zusammenarbeit nach, so dass erstere auf einen Talentpool zurückgreifen und letztere durch größere Glaubwürdigkeit im akademischen Ranking aufsteigen können.

„Materialien und Energieträger: Der grüne Kreislauf der Metallurgie“

So hat sich die Ecole Nationale supérieure des Arts et Métiers (ENSAM) in Metz mit VINCI Energies und ArcelorMittal Global R&D zusammengeschlossen, um gemeinsam zwei Studiengänge unter dem Namen „Materialien und Energieträger: Der grüne Kreislauf der Metallurgie“* zu entwickeln. Einer ist als fünftes Studienjahr für den Masterstudiengang Ingenieurwesen der ENSAM angelegt und bildete 2025 bereits acht Absolvent:innen aus; der zweite ist ein dreijähriger Bachelor-Studiengang für Materialien und Energieträger und besteht seit September 2026.

„Unsere Hochschule hat seit jeher das Ziel, industrielle Revolutionen zu begleiten“, erläutert Stéphane Fontaine, Leiter des Metzer Campus der Ecole des Arts et Métiers. „Die ENSAM entstand aus der Mechanisierung der Industrie am Ende des 18. Jahrhunderts. Im Laufe der Jahrzehnte hat sie alle industriellen Revolutionen begleitet, die Elektrifizierung, Automatisierung, Intelligenz, Digitalisierung, künstliche Intelligenz.”

„Diese Studiengänge sollen für mehr praktische Fachkompetenzen sorgen.”

„Heute stehen wir mitten in der ökologischen Wende, und diese Partnerschaft mit zwei industriellen Schwergewichten bestätigt uns in unserem Leitbild: Wir wollen Absolvent:innen ausbilden, deren Kompetenzen genau auf den Bedarf der Wirtschaft hier in Ostfrankreich abgestimmt sind.”

Die Inhalte werden einerseits von der ENSAM erarbeitet, die die akademischen Anforderungen und Vorbedingungen sicherstellt, und andererseits von VINCI Energies und ArcelorMittal Global R&D, die ihre praktischen Kenntnisse und Kompetenzen einbringen.

Co-Konstruktion

„Diese Co-Konstruktion ist eine wesentliche Komponente des Projekts. VINCI Energies fördert die ENSAM bereits seit acht Jahren auf Landesebene**“, erläutert Patrick Benard, Regionalleiter VINCI Energies. „Auch mit dem Campus Metz pflegen wir eine langjährige Partnerschaft. Aber zum ersten Mal sind wir in vollem Umfang an einem richtigen Studiengang beteiligt. Wir wollen deutlich mehr machen als uns bei Studierendenforen vorzustellen und so bereits vor Studienbeginn Präsenz zu zeigen – schließlich können wir auf diese Weise geeignete Absolvent:innen rekrutieren, die uns bei der Transformation unseres Geschäfts unterstützen.”

Für die Hochschule wie ihre beiden Partner geht es auch darum, die Industrie attraktiver zu machen, indem sie auf neue Technologien und die Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens verweisen. VINCI Energies hat Inhalte für fünf pädagogische Schwerpunkte entwickelt und ist in diesen Bereichen am Unterricht beteiligt: Umweltaudits und -standards, Einführung in die Datenwissenschaft, CO2-Abscheidung und -Speicherung, Abfallverwertung sowie Energiesparen.

48 Absolvent:innen pro Jahr

„Diese Studiengänge sollen für mehr praktische Fachkompetenzen sorgen, die direkt in der Industrie angewandt werden können“, fügt Thierry Delpech hinzu, Senior Business Unit Manager bei Actemium Consulting 5.0, der ebenfalls am Programm beteiligt ist. „Deshalb handelt es sich um duale Studiengänge, die Studierenden werden als Praktikant:innen, Auszubildende oder Trainees eingestellt. Im Rahmen der Partnerschaft mit der ENSAM Metz verpflichten wir uns, in den ersten drei Jahren elf Studierende bei uns aufzunehmen.”

Ziel der beiden Studiengänge ist es, pro Jahr 48 Absolvent:innen auszubilden. Eine Bestandsaufnahme ist in drei Jahren geplant.

*Quelle Arts et Métiers

**Quelle: Industrie Mag


In Kürze:

  • VINCI Energies, ENSAM Metz und ArcelorMittal Global R&D entwickeln gemeinsam zwei Studiengänge, die sich mit den Themen Dekarbonisierung, Energiesparen und industrielle Transformation befassen.
  • VINCI Energies trägt in wichtigen Themenbereichen direkt zur Lehre bei: Energieeffizienz, Datenwissenschaft, CO2-Abscheidung und Ressourcenverwertung.
  • Der duale Studiengang setzt auf berufliche Immersion, praktisches Lernen und echte Industrieprojekte.
  • Pro Jahr sollen bis zu 48 Absolvent:innen ausgebildet werden, um die Energie- und Umweltwende der Industriebranche zu begleiten.

10/11/2026