Modernisierung von Rhône-Schleusen ohne zusätzliche Sperrzeiten
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Wie kann eine wichtige Infrastruktur ohne Betriebsunterbrechung modernisiert werden? 2026 begann die Erneuerung der Untertore von zwei in den 1950er Jahren erbauten Rhône-Schleusen. Das gigantische Projekt der Betreibergesellschaft „Compagnie Nationale du Rhône“, bei dem auch VINCI Energies eingebunden ist, soll ohne Beeinträchtigungen für die boomende Binnenschifffahrt ablaufen. Ein Auftrag, der Organisation und Betrieb besondere Agilität abverlangt.

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Es ist eine riesige Baumaßnahme, die in fünf Jahren fertiggestellt sein soll: Der Bau von zwei neuen Untertoren der Rhône-Schleusen von Bollène (Departement Vaucluse) und Châteauneuf-du-Rhône (Departement Drôme). Die historischen Bauwerke aus den 1950er Jahren wickeln zusammen über 80.000 Schleusungen pro Jahr ab und müssen modernisiert werden, um weiterhin rund um die Uhr betriebsbereit und den zunehmenden Verkehrsströmen auf der Schifffahrtsstraße gewachsen zu sein. 2025 wurden bereits 3,65 Millionen Gütertonnen über die Rhône transportiert, 8,7 % mehr als im Vorjahr.
Wären die Tore jedoch einfach nur ausgetauscht worden, hätte dies eine zwei- bis dreimonatige Schifffahrtssperre erfordert – undenkbar, weil der 2022 um weitere neunzehn Jahre (bis 2041) verlängerte Konzessionsvertrag des Betreibers Compagnie Nationale du Rhône (CNR) die durchgängige Verfügbarkeit der Wasserstraße vorschreibt. Deshalb wurde beschlossen, zwei zusätzliche, 20 Meter hohe und jeweils 200 Tonnen schwere Stahltore im Unterwasser zu bauen. Außerdem werden im Zuge der Baumaßnahmen die elektrischen Anlagen sowie die Leittechnik der Schleuse grundhaft saniert; in Châteauneuf-du-Rhône entsteht außerdem ein neuer Elektroraum.
„Das erfordert eine sehr frühzeitige Planung und eine enge Abstimmung zwischen den Tiefbau-, Anlagenbau- und Elektrofirmen.”
Der Auftrag zur Dopplung der Schleusentore ging an eine Arge aus VINCI Construction (Hauptauftragnehmer), VINCI Energies und Baudin Châteauneuf (Stahlbau). Die Integration der neuen elektrischen Anlagen und der Automatisierungstechnik in die Leittechnik der Schleusen wird von der örtlichen Business Unit Actemium Bourgoin (VINCI Energies) übernommen, die bereits seit langen Jahren für die CNR arbeitet. „Das ist die größte Wasserbaustelle der CNR seit Verlängerung der Rhône-Konzession. Das Auftragsvolumen für uns beläuft sich auf 13 Mio. Euro – ein Großauftrag“, bemerkt Franck Davoine, BU-Leiter Actemium Bourgoin.
Koordinierte Einsätze mit engem Terminplan
Die Baumaßnahme ist deshalb so komplex, weil die umfangreichen Arbeiten den Schiffsverkehr nicht beeinträchtigen dürfen. Ein Großteil wird deshalb bei laufendem Schleusenbetrieb durchgeführt.
Umstellungen, Anschlussarbeiten und Neubelegungen, die eine Betriebsunterbrechung erfordern, werden auf die geplanten Sperrzeiten, die Nächte oder die jährliche Instandhaltung im März gelegt.
Während der Sperrzeiten müssen Tag und Nacht die Einsätze der verschiedenen Tief- und Anlagenbauunternehmen sowie der Elektrofirmen koordiniert werden. Diese eng getakteten Phasen erfordern eine erhebliche Verstärkung bei Personal und Geräten, und weil mehrere Gewerke gleichzeitig auf der Baustelle sind, sind die Koordination und die Gewährleistung der Arbeitssicherheit von entscheidender Bedeutung.
Die Arbeiten laufen dann Schritt für Schritt bei laufendem Schleusenbetrieb weiter und sollen 2031 abgeschlossen sein. „Wir wollen auch außerhalb der Sperrzeiten möglichst viel erledigen: Planung, Vorbereitung der Leittechnik-Architektur, Fertigung, Vormontage und Werkstatttests. Die Stillstände sind dann für das Umstellen, Anschließen und Testen reserviert, denn das geht nur bei ruhendem Schleusenbetrieb. Das erfordert eine sehr frühzeitige Planung und eine enge Abstimmung zwischen den Tiefbau-, Anlagenbau- und Elektrofirmen“, unterstreicht Davoine.
In Kürze
- Modernisierung der Rhône ohne Betriebsunterbrechung: Die Compagnie Nationale du Rhône modernisiert zwei historische Schleusen, um die wachsenden Verkehrsströme aufnehmen und den durchgängigen Betrieb gewährleisten zu können.
- Eine echte Großbaustelle: Das Projekt beinhaltet den Bau von zwei neuen, 20 Meter hohen und 200 Tonnen schweren Schleusentoren sowie die Modernisierung von Mechanik, Elektrik und Leittechnik.
- Actemium, die Industriemarke von VINCI Energies, an vorderster Front: Actemium Bourgoin leitet bei diesem strategischen Projekt die Integration der neuen Equipments und die Sanierung der elektrischen Anlagen.
- Koordination ist Trumpf: Weil viele Gewerke gleichzeitig auf der Baustelle tätig sind, kommt es auf stringente Koordination der Arbeiten an – vor allem während der Sperrzeiten.
10/11/2026