Wissenschaftliche Exzellenz als Schlüsselfaktor für Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit
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Um den großen technologischen und ökologischen Herausforderungen gerecht zu werden, setzt VINCI Energies auf Forschung und die Betreuung von Doktorarbeiten in den BUs. Ein Beispiel von Actemium Paris Transport, wo diese Zusammenarbeit eine besonders operative Komponente hat.

Seit vielen Jahren unterhält VINCI Energies enge Verbindungen zu Forschung und Lehre. Die Kooperation hat sich im Laufe der Zeit sukzessive intensiviert, weil wir davon überzeugt sind, dass Innovationen nur aus der Verknüpfung von wissenschaftlicher Expertise, Praxiserfahrung und industrieller Vision entstehen.
Heute führt diese Dynamik unter anderem dazu, dass immer mehr Doktorarbeiten in den Business Units der Gruppe geschrieben werden. Das ist insbesondere dem französischen CIFRE-Fördermechanismus zu verdanken, der Unternehmen, Forschungseinrichtung und Doktorand:in in einem gemeinsamen Forschungsprojekt zusammenführt.
Die Zukunft vorbereiten
Angesichts von Herausforderungen wie der Dekarbonisierung des Verkehrs- und des Bausektors, der Energiewende oder auch der Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz sieht der VINCI-Konzern in der Forschung einen wesentlichen Stellhebel, mit dem er sich immer wieder neu erfinden und vom Wettbewerb abheben kann. Dementsprechend unterstreicht auch Clarisse Angelier, Generaldelegierte der französischen Vereinigung für Forschung und Technik (ANRT): „Fast alle Herausforderungen, denen die Menschheit gegenübersteht, lassen sich auf eine wissenschaftliche Fragestellung zurückführen.“
Für die Wirtschaft wird somit die Zugriffsmöglichkeit auf wissenschaftliche Spitzenkompetenzen zu einem entscheidenden Resilienz- und Wettbewerbsfaktor.
In diesem Bereich unternimmt VINCI heute mehr Anstrengungen als je zuvor: Etwa dreißig Doktorarbeiten werden derzeit innerhalb des Konzerns betreut, und es sollen noch mehr werden. Natürlich sollen damit Forschung und Entwicklung gefördert werden, aber es gibt noch ein weiteres Ziel: Die vollständige Einbindung von wissenschaftlichem Personal ins Unternehmen – auch in operativen oder leitenden Funktionen.
Doktorand:innen beflügeln somit nicht nur die Innovationskraft, sondern sind auch eine Bereicherung für die Teams und eröffnen neue Projektperspektiven.
Entscheidender Beitrag
Innerhalb von VINCI Energies zeigt Actemium Paris Transport in beeindruckender Weise die Vorteile einer solchen Kooperation zwischen Unternehmen und Wissenschaft. BU-Leiter Emmanuel Jolly tritt bereits seit mehreren Jahren für die Einstellung von Doktorand:innen ein und weiß ihren entscheidenden Beitrag zu den laufenden Projekten zu schätzen.
„Unsere Doktorand:innen sind über ihre CIFRE-Doktorarbeiten sehr konkret in unsere Projekte eingebunden“, erläutert er. „Egal, ob sie ihr technisches Know-how, die Analyse komplexer Fragestellungen oder die wissenschaftliche Sichtweise einbringen, ihr Beitrag ist entscheidend. Sie verfügen nicht nur über hochaktuelles Wissen, sondern auch über die seltene Fähigkeit, sich in einem komplexen Umfeld zurechtzufinden.”
„Unsere Doktorand:innen sind sehr konkret in unsere Projekte eingebunden.”
Das Image des einsamen Forschenden hinter seinem Computer ist grundfalsch. Jolly betont vielmehr die zwischenmenschliche Komponente. „ Doktorand:innen, die ihre Fähigkeiten zur Popularisierung ihrer Dissertationsarbeit trainieren, passen sich leichter in Teams ein und ermöglichen eine effektive Verbindung zwischen Labor und Unternehmen.“ Dank dieser Vielseitigkeit stehen ihnen alle beruflichen Wege offen: eine Karriere in ihrem jeweiligen Fachgebiet ist genauso möglich wie im Bereich Projektleitung, Vertrieb oder Management. Mehrere von Actemium Paris Transport eingestellte Doktorand:innen haben heute operative Verantwortung und stehen im direkten Kundenkontakt.
Zwischen wissenschaftlicher Neugier und operativer Realität
Axel Duché ist einer dieser Nachwuchsforscher, die bei Actemium Paris Transport arbeiten. Auch er schreibt an einer CIFRE-Doktorarbeit. Thema ist die Anwendung des Maschinellen Lernens für die Analyse von komprimierten Videobildern – er forscht also an der Schnittstelle zwischen künstlicher Intelligenz und Mobilität. Das Ziel besteht in der Entwicklung von Modellen, die Gegenstände wie Fahrzeuge oder Personen erkennen, ihre Bewegung mitverfolgen, ihre Geschwindigkeit schätzen oder Eindringversuche in geschützte Bereiche erkennen können.
Möglich wird diese Arbeit in großen Teilen durch den privilegierten Zugriff auf echte Daten. Nur damit kann die KI wirksam trainiert werden. „In einem Start-up hätte ich nicht so viele Kameras zur Verfügung. Bei VINCI Energies bekomme ich Videobilder, die ich kommentieren und analysieren kann“, unterstreicht er.
Neben den technischen Ressourcen unterstreicht Duché das stimulierende Umfeld im Unternehmen: Ein Fachnetzwerk, regelmäßiger Austausch mit den Profis vor Ort und eine Kultur, die Innovationen fördert. Das hat in seinen Augen auch Vorteile für die Kund:innen. „Eigene Forschungsaktivitäten zeigen, dass VINCI Energies ihre Lösungen weiterentwickeln und neue auf den Markt bringen kann.”
Win-win-Situation
Für VINCI Energies hat die Betreuung von Doktorarbeiten ebenfalls große Vorteile. Das Unternehmen profitiert von den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, stärkt seine Innovationskraft und bekommt Zugriff auf das gesamte akademische Umfeld. Die Labors wiederum sehen in den CIFRE-Doktorarbeiten eine Möglichkeit, um ihre Arbeit in Wert zu setzen und an praktischen Fragestellungen auszurichten.
Und die Doktorand:innen können Erfahrungen in der Berufswelt sammeln und entwickeln konkrete Lösungen – ein riesiger Pluspunkt in Sachen Beschäftigungsfähigkeit.
Das Beispiel Actemium Paris Transport und die gemeinsamen Erfahrungen von Emmanuel Jolly und Axel Duché illustrieren diese positiven Wechselwirkungen und die Art und Weise, wie VINCI Energies die Zukunft gestalten möchte: Durch die Schaffung tragfähiger Verbindungen zwischen Wissenschaft und Praxis, die Förderung von Nachwuchstalenten und durch die Ausrichtung der eigenen Innovationsstrategie auf die Forschung.
10/04/2026