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Standpunkte von Persönlichkeiten, Topmanagern, Forschern, Meinungsführern zu einem aktuellen oder strukturgebenden Thema in Bezug auf digitale Transformation und Energiewende.

Der Klimawandel verändert die Anforderungen an Heizung, Klimatisierung und Lüftung (HKL) in Gebäuden radikal. In Anbetracht von Hitzewellen, steigendem Energieverbrauch und neuen Umweltvorschriften muss die HKL-Technik sowohl effizienter und robuster als auch nachhaltiger werden.

Der Klimawandel bringt das Gleichgewicht durcheinander, auf dem bisher die Gestaltung von Gebäuden beruhte. Besonders betroffen von diesen Veränderungen sind die HKL-Systeme (Heizung, Klima, Lüftung). Sie waren in der Vergangenheit auf relativ gleichbleibende klimatische Bedingungen ausgelegt – heutzutage müssen sie zunehmend mit Hitzewellen, milden Wintern und extremen Wetterphänomenen zurechtkommen.

Noch vor einem Vierteljahrhundert wurde in Belgien auf Grundlage von 30°C Außentemperatur und einer relativen Luftfeuchte von 50 % geplant. Heute dienen 35°C und 40 % als Berechnungsgrundlage. Diese Verschiebung um fünf Grad verdeutlicht die Größe der Herausforderung: Die Kühllast von Gebäuden ist beträchtlich gestiegen, und damit auch die Beanspruchung der Klimatechnik.

Resilienz wird zum Muss

Diese Entwicklung wirkt sich in zweifacher Hinsicht aus. Einerseits steigen der Energieverbrauch und damit einhergehend Kosten und CO2-Ausstoß. Andererseits beschleunigt sie den technologischen Wandel im HKL-Bereich.

Um der steigenden Nachfrage ohne ausufernde Emissionen gerecht zu werden, setzt die Gebäudetechnik nunmehr auf hocheffiziente Systeme: Kompressoren mit variabler Drehzahl, Erdwärmepumpen, Energierückgewinnung, zentrale Gebäudeleittechnik und Verbrauchsmonitoring in Echtzeit. So kann die Leistung optimiert und der Gesamtverbrauch gesenkt werden.

Angesichts des Klimawandels reicht es nicht mehr aus, wenn der Bausektor einfach seine Parameter anpasst – er muss seine komplette Logik überdenken.

Effizienz alleine reicht jedoch nicht mehr, Resilienz wird zum Muss. Eigentümer:innen und Hausverwaltungen müssen sich für Extremsituationen wappnen: Stromausfälle, Überflutungen, länger andauernde Hitzeperioden. In Rechenzentren, Krankenhäusern oder kritischen Industrieanlagen werden vermehrt Notstromversorgungen und große Pufferspeicher mit Regenwasserpumpen installiert, um Betriebsunterbrechungen zu vermeiden.

Stille Revolution bei Kältemitteln

Auch der Kampf gegen sommerliche Hitzewellen wird zum wichtigen Thema. Moderne Gebäude werden mit Gründächern ausgestattet, Solarfassaden sorgen für Beschattung, Rückgewinnungs- und Versickerungssysteme für Regenwasser sowie Grünflächen tragen zur Abkühlung bei. Diese so genannten „passiven“ Ansätze ergänzen technische Lösungen und sorgen ganz ohne höheren Energieverbrauch für mehr Komfort in Innenräumen.

Last but not least wird die Nachhaltigkeit der HKL-Technik auch durch eine „stille Revolution“ bei den Kältemitteln vorangebracht. Aufgrund der neuen europäischen Vorschriften über fluorierte Gase, die im März 2024 in Kraft getreten sind, werden Kältemittel mit hohem Treibhauspotenzial (THP) sukzessive aus den Anlagen verschwinden. Schon in wenigen Jahren greift das Verbot für Kältemittel mit einem THP über 150. Die Branche setzt deshalb auf natürliche, deutlich umweltfreundlichere Alternativen wie Propan oder CO2.

Angesichts des Klimawandels reicht es nicht mehr aus, wenn der Bausektor einfach seine Parameter anpasst – er muss seine komplette Logik überdenken. HKL-Technik wird nicht nur intelligenter, sondern auch sparsamer und robuster. Sie verkörpert den Dreiklang aus Energieeffizienz, Klimaanpassung und ökologischer Verantwortung.

Diese Transformation muss als Chance begriffen werden: Sie ermöglicht die Realisierung wirklich nachhaltiger Gebäude, die auch in Anbetracht eines aus den Fugen geratenen Klimas für Komfort, Sicherheit und leistungsfähige Lösungen stehen.

16/03/2026

Bart Schurmans

Business Development Manager bei Cegelec HVAC Public North

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