In Belgien haben Cegelec Fire Solutions und deren Partner Tests an brennenden Autos vorgenommen, welche die Anpassung der Brandschutzbestimmungen für Tiefgaragen und damit eine bessere Kostenkontrolle ermöglichen.

Seit dem 01.01.2018 gelten in Flandern neue Brandschutzvorschriften für Tiefgaragen. Diese deutlich strengeren Regeln sehen große Sprinkleranlagen und Brandlüftungssysteme vor. Damit soll der Rauch abgesaugt und die Hitze soweit abgemildert werden, dass die Feuerwehr bis an die Brandherde vorrücken kann.

Größe und Ausstattung der Anlagen hängen dabei von der Gesamtfläche ab: Liegt diese über 10.000 m², sind sie sehr umfangreich; für die meisten belgischen Tiefgaragen gelten jedoch weniger strenge Vorschriften, da sie nur zwischen 2500 und 10.000 m² groß sind.

Die Ertüchtigungskosten können allerdings auch hier sehr hoch sein, weil selbst die Spezifikationen für mittelgroße Tiefgaragen immer noch sehr ambitioniert sind. Möglicherweise sogar überdimensioniert, wie manche Brandschutzexperten meinen.

Mehrere Partner haben deshalb sich zusammengeschlossen, um das Problem zu untersuchen, die verschiedenen Lösungen zu testen und den Behörden Anpassungen der Normen vorzuschlagen, die zur Senkung der Anlagenkosten führen. Cegelec Fire Solutions (VINCI Energies) und das Ingenieurbüro Fire Engineered Solutions Gent (ein Ableger der Universität Gent) konnten so ein spezifisches System entwickeln.

Studienprojekt

Das System wurde auf dem Campus Vesta montiert, einem Schulungszentrum für Brandbekämpfung. Es besteht aus acht hintereinanderstehenden Seecontainern, die einen langen Tunnel bilden. Darin wurden wie in einer Tiefgarage drei Autos geparkt. Die Idee bestand darin, möglichst realitätsnahe Testbedingungen zu schaffen, mit ausreichend Platz und genügend Autos, um zuverlässige und nutzbare Daten gewinnen zu können.

Der Tunnel wurde mit Sprinkler- und Brandlüftungsanlagen ausgestattet, um die in der Test-Tiefgarage ausgelösten Brände zu bekämpfen, und gleichzeitig mit Sensoren und Infrarotkameras gespickt.

Ziel der im November 2018 durchgeführten Tests war es, das Überspringen der Flammen von einem brennenden Fahrzeug auf die beiden anderen Autos zu untersuchen und zu prüfen, welche Effekte mit unterschiedlichen Sprinkleranordnungen und Luftmengen erzielt werden können. Auf diese Weise sollten die Idealwerte ermittelt werden.

In der Tat zeigten die Tests, dass eine zu starke Entrauchung zu einem Hitzestau am brennenden Fahrzeug führt und das Feuer mit geringeren Durchsatzmengen kontrolliert werden kann als in den europäischen Normen festgelegt.

„Die Versuchsreihe ermöglicht uns die Definition alternativer, besser ausgelegter Sprinkleranlagen, um die Brandbekämpfung sicherzustellen und gleichzeitig die Kosten zu senken.

Dies deutet darauf hin, dass das Sprinklersystem weniger Wasser braucht – der Durchmesser der Rohre sinkt, weshalb sie kostengünstiger werden. Außerdem können die Sprinklerköpfe direkt an die Wasserleitungen angeschlossen werden, was die Zuverlässigkeit des Systems verbessert.

Validiertes theoretisches Modell

„Die Versuchsreihe ermöglicht uns die Definition alternativer, besser ausgelegter Sprinkleranlagen, um die Brandbekämpfung sicherzustellen und gleichzeitig die Kosten zu senken“, erläutert Dominique Goidts, BU-Leiter von Cegelec Fire Solutions. „Anhand der gesammelten Daten wie Temperaturen, Durchflussmengen, Auslösezeit der Sprinklerköpfe, Durchsatz der Brandlüftungsanlage etc. konnte das Ingenieurbüro FESG im Computer ein theoretisches Modell berechnen, das von der in die Tests eingebundene Feuerwehr validiert wurde“, fügt er hinzu.

Bei den Versuchen waren nämlich die Brüsseler Feuerwehr und weitere Behördenvertreter anwesend, die sich darin einig waren, dass die gesammelten Daten und die ersten Ergebnisse eine solide wissenschaftliche Grundlage für die Anpassung der gesetzlichen Vorschriften darstellen.

In einem Video, das Cegelec Fire Solutions während der Tests drehte, unterstreicht der Brüsseler Feuerwehrmann Matthias Van de Veire, „dass in Belgien selten Versuche in so großem Maßstab durchgeführt werden“.

Xavier Deckers vom Ingenieurbüro FESG unterstreicht, dass „es eine hervorragende Zusammenarbeit gab zwischen Cegelec Fire Solutions, die für den Bau der Testeinrichtung sowie die Montage der Sprinkleranlagen und der Messinstrumente zuständig war, der Universität Gent, die mehrere theoretische Modelle validierte, FESG, die für die Risikoanalyse und den Testaufbau verantwortlich war und der Arbeitsgruppe aus Behörden und Feuerwehr, welche den gesamten Entwicklungsprozess aktiv begleitet hat.“

13/06/2019