Für Smart City gibt es bereits einige Vorzeigelösungen, in den meisten Städten verbindet sich mit diesem Begriff jedoch noch keine präzise Vorstellung. Fest steht, dass es sich dabei um einen vielversprechenden technologischen Fortschritt handelt, der einen Beitrag dazu leisten kann, dass es sich in unseren Städten besser leben lässt. Dieses dem Menschen dienende Instrumentarium heutiger und künftiger Technologien soll für flüssigeren Verkehr, optimierte Zugänglichkeit, bessere Luft sowie mehr Bürgernähe und Inklusion, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sorgen.

Stadtplanung und Raumordnung dienen der Daseinsvorsorge mit öffentlichen Einrichtungen für die Funktionen Verkehr, Wohnen, Freizeit, Energieversorgung usw.

„Die größte Herausforderung bei der Digitalisierung besteht darin, die gesamte Funktionsweise der Stadt mit all ihren Systemen im Dienste der Bürger und ihrer Lebensqualität zu optimieren.“

Gegen 2050 wird mehr als die Hälfte der Erdbevölkerung in Städten leben. Was tun, damit es sich auch morgen in den großen Metropolen noch leben lässt? Und wenn die intelligente Stadt die Lösung für diese zentrale Frage für die Zukunft der Menschheit wäre? „Die größte Herausforderung bei der Digitalisierung besteht darin, die gesamte Funktionsweise der Stadt mit all ihren Systemen im Dienste der Bürger und ihrer Lebensqualität zu optimieren“, erklärt Simon Coutel, Business Manager Smart City bei VINCI Energies und COO von CityZen.

Die dynamisch gesteuerte Stadt

Für ein reibungsloses Zusammenspiel ist es erforderlich, die Abschottungen zwischen den städtischen Diensten aufzubrechen und einen Echtzeit-Überblick über den Betriebszustand aller Einrichtungen und Anlagen zu haben. Die erforderlichen digitalen Daten dafür können vernetzte Gegenstände liefern. Die Digitalisierung bietet die Möglichkeit, Daten verschiedener kommunaler Bereiche zusammenzuführen und gemeinsam zu analysieren. “Auf diese Weise lassen sich bisher statisch eingestellte urbane Einrichtungen künftig dynamisch regeln“, setzt Simon Coutel fort.

Konkret lässt sich beispielsweise die Lichtstärke der Straßenbeleuchtung abhängig von Fußgänger- bzw. Fahrzeug-Präsenzmeldern regeln. Das System zur Ampelsteuerung kann so eingestellt werden, dass es die örtliche Stausituation und Feinstaubbelastung mit berücksichtigt.

Dieser erste große Schritt in Richtung Smart City ist dank der verfügbaren Projektengineering-Methoden und neuen Digitaltechnologien bereits heute möglich; unsere urbane Hypervision-Technologie BIMCity steht derzeit in Rouen auf dem Prüfstand. Wir arbeiten aber bereits an noch ambitionierteren Zielen: das Eingehen auf individuelle Erfordernisse und eine Stadt, die Inklusion und das Menschliche in den Mittelpunkt rückt“, führt Simon Coutel weiter aus.

Heruntergebrochen auf den einzelnen Bürger

Die allgemeine Verbreitung von Smartphones macht heute auch den direkten Kontakt zwischen der Stadt und ihren Bürgern möglich. Mit Echtzeitdaten über die Inanspruchnahme städtischer Leistungen lassen sich Funktionsweisen nachfrageorientiert bis hin zur inklusiven Stadt anpassen.

Auch Bürgerbefragungen und generell die Einbeziehung der Stadtbewohner in das Leben der Stadt werden durch digitale Technologien möglich. Digitaltechnik auf Ebene einer Stadt ist ein probates Mittel, um der Allgemeinheit und jedem Einzelnen optimale Leistung zu bieten.

“Das Potenzial der künstlichen Intelligenz muss noch weiter erforscht werden, um alles zu automatisieren, was automatisiert werden kann, ohne bei menschlichen Werten Abstriche zu machen, mit dem Ziel, den Menschen zu entlasten, damit er sich Aufgaben mit höherem Mehrwert für seine Mitmenschen widmen kann. Das verfolgen wir beispielsweise mit unserer App CityZen mit einem ChatBot, der den Stadtbewohnern einfacheren Zugang zu Informationen über ihre Stadt bietet“, stellt Simon Coutel abschließend fest.

17/05/2018