Seit über dreißig Jahren gibt es Gebäudeleittechnik (GLT). Drei Jahrzehnte, die sowohl von Änderungen der Nutzungsgewohnheiten im Dienstleistungssektor als auch von Fortschritten bei IT und künstlicher Intelligenz geprägt waren.

Nach einer ersten Generation, deren Schwerpunkt in der Gebäudeüberwachung lag, dann einer zweiten, die auch Steuerungsfunktionen umfasste, ist die Gebäudeleittechnik heute in eine dritte Phase eingetreten, wo das Gebäudemanagement internetbasiert von ausgelagerten Leitwarten übernommen wird.

Und morgen? „Die vorhandenen Plattformen werden auf eine Vielzahl an Programmen und Anwendungen zugreifen, entwickelt von hochinnovativen Start-Ups. Das führt zweifelsohne zur mehr Präzision und Qualität in der Gebäudeleittechnik“, so Pierre Blanchet, Leiter Innovation des Dienstleistungsnetzes von VINCI Energies.

Die Gebäudeleittechnik wurde lange Zeit lediglich mit Technik und Instandhaltung in Verbindung gebracht und war deshalb in die Untergeschosse der Gebäude verbannt. Durch die fortschreitende Digitalisierung wird sie jetzt immer sichtbarer, gleichzeitig viel zentraler und feiner steuerbar.

Algorithmen und Prognosefunktionen

Durch diese technische und qualitative Aufrüstung werden sich Lösungen und Grenzen völlig verändern. Auf ein und demselben Markt tummeln sich zukünftig Anbieter aus unterschiedlichen Bereichen: Selbstverständlich die alteingesessenen Gebäudetechnikfirmen, aber auch Start-Ups und Energieversorger, die sich allesamt mit Softwareinnovationen und Algorithmusforschung befassen.

„In zwei oder drei Jahren werden wir die Gegebenheiten außerhalb des Gebäudes vorausplanen und den Nutzern so einen nie dagewesenen Komfort bieten können.“

Die GLT wird immer komplexer und gleichzeitig unverzichtbarer für Komfort, Betrieb, Energieeffizienz und Vernetzung von Gebäuden“, bestätigt Blanchet.

Ein Beispiel anhand der Prognosefunktionen, die sich mit der Inertie von Gebäuden bei Wetterwechseln beschäftigen: Vor dreißig Jahren wurde die Technik quasi für ein ganzes Jahr parametriert, vor zehn Jahren für eine ganze Woche. Die modernsten Tools reagieren heute innerhalb einer Minute. „In zwei oder drei Jahren werden wir die Gegebenheiten außerhalb des Gebäudes vorausplanen und den Nutzern so einen nie dagewesenen Komfort bieten können“, so Blanchet abschließend.

 

15/11/2017