„Full EPC“-Lösungen, wie sie Omexom für Energisa in Brasilien realisiert, werden von Konzessionsnetzbetreibern sehr geschätzt, vor allem bei Megaprojekten für Hochspannungsleitungen.

Der mit dem Bau von zwei bedeutenden Leitungsabschnitten für das brasilianische Verbundnetz betraute Stromversorger Energisa hat sich für die „Full EPC“-Lösung entschieden und dem im Bereich Energieübertragung tätigen Unternehmen Omexom Belo Horizonte (VINCI Energies) das Gesamtprojekt von der Planung, über die Auswahl und Beschaffung des Materials bis hin zur schlüsselfertigen Errichtung anvertraut.

„Dieser EPC-Ansatz, die Abkürzung für Engineering, Procurement and Construction, hat Energisa einen deutlichen Wettbewerbsvorteil verschafft“, erklärt Breno Costa, Business Unit Director VINCI Energies Brasilia, „da mit Unterstützung durch das Omexom-Team bereits beim Angebot eine optimierte Trassenführung, gestützt auf Standortuntersuchungen, und eine die besten Lösungen kombinierende Equipmentauswahl vorgelegt werden konnten“.

Ein „Full EPC”-Paket ermöglicht „straffere Fristen“ und optimierte Lösungen für den Kunden.

Mit dieser „schlüsselfertigen“ Lösung, so Breno Costa, konnte Omexom Belo Horizonte dem Kunden, dank der so wesentlichen Einbeziehung im Vorfeld des Projekts, „eine Erfüllungsgarantie für ein kohärentes Projekt und möglichst kurze Ausführungs- und Übergabefristen zusichern. Damit wird er in die Lage versetzt, die dreißigjährige Konzessionsdauer für die vom staatlichen Stromversorger übertragenen Leitungen optimal zu nutzen“. Die gewonnene Ausschreibung führte 2017 zum Start von zwei großen Leitungsbauprojekten. Bis 2021 sind insgesamt über 400 Kilometer Hochspannungsleitungen und die dazugehörigen Netzstationen zu errichten.

Im zentralbrasilianischen Bundesstaat Goiás hat die staatliche Energiebehörde (ANEEL) einen breiten Korridor (136 km) zwischen den Städten Rio Verde Norte und Jataí ausgewiesen, in dem Omexom unter Berücksichtigung von Relief, Logistik und Umgebung die Trasse für die 230-kV-Leitung mit ihren 500/230-kV-Netzstationen festgelegt und an die Windverhältnisse der Region angepasste Masten ausgelegt hat. Generell stand das Bemühen im Vordergrund, die Belastung durch dieses Projekt mitten im Regenwald, an dem bis zu 600 Personen mitwirken werden, für die dort lebende Bevölkerung und die Umwelt möglichst gering zu halten.

Eine beeindruckende Logistik

Auch beim zweiten Projekt, etwas nördlicher im Bundesstaat Pará, wo Omexom Belo Horizonte im Auftrag von Energisa eine 230-kV-Leitung zur Verbindung der Städte Xinguara und Santana do Araguaia über eine Entfernung von 296 km baut, ist angesichts der Größe des Landes eine beeindruckende Logistik erforderlich. Neben der voluminösen, komplexen Baustelleneinrichtung sind zunächst mitten in der Natur Werkstätten sowie Schlafräume und Kantinen für Hunderte von Personen zu errichten, bevor mit dem Bau von Straßen und Zufahrten zum Trassenkorridor begonnen werden kann.

Beide Projekte beinhalten auch die Installation der Masten, die Verlegung der Leiterseile, den Bau von Umspannwerken und die Verlegung eines Mittelspannungsnetzes zur Versorgung der Nebenanlagen.

Beide Energisa-Aufträge, mit denen Omexom betraut wurde, erfolgten im Rahmen der wachsenden Nachfrage nach Zusammenschlüssen verschiedener brasilianischer Stromnetze, sowohl um generell die Netzstabilität zu erhöhen, als auch um Energieaustauschkapazitäten zu schaffen. Das derzeit 135.000 km umfassende brasilianische Stromübertragungsnetz soll in den nächsten zehn Jahren auf ca. 200.000 km ausgebaut werden. Schlüsselfertige Projekte haben demnach noch eine aussichtsreiche Zukunft vor sich.

 

14/06/2018