Unter dem Stichwort Innovation Acceleration erfolgte eine Öffnung auf das akademische Ökosystem der Universität Caen. Zusammen mit Studenten hat das VINCI Energies-Unternehmen eine mobile Sicherheitskontrollschleuse ganz neuer Art entwickelt.

Das School Lab, eine ganz neue Einrichtung, wird in Caen ab 2020 unter dem Namen MoHo den Betrieb aufnehmen. Auf 7200 m2 werden dort Studierende, Forscher, Jungunternehmer sowie Mitarbeiter kleiner, mittelständischer und großer Unternehmen vereint sein… Eine der Neuerungen bei diesem Lab wird die Zugangskontrolle sein: eine mobile Sicherheitskontrollschleuse, die von einem Studententeam mit Hilfe von Cegelec 3S („Système, Sûreté et Sécurité“), einem Unternehmen von VINCI Energies, entwickelt wurde.

Die Sicherheitskontrolle namens Swift’n Protect ist die Anwort der Studierenden und ihres Sponsors, Cegelec 3S, auf die einfache Frage: Wie lässt sich die Sicherheit für den Zutritt zu den Gebäuden des künftigen School Lab verbessern? Das Ergebnis sieht in einfacherer und flexiblerer – weil mobiler – Ausführung ähnlich aus wie die digitalen Erkennungssysteme auf manchen Flughäfen.

„Dem Unternehmen ist es gelungen, eine Dynamik anzustoßen und einer innovativen Idee Gestalt zu verleihen.“

Die mit Scannern und Sensoren bestückte Kontrollschleuse, die den Inhalt der Taschen analysiert, verfügt zusätzlich über ein digitales Formerkennungssystem, um die Umrisse untersagter Gegenstände auszumachen. Jeder, der die Schleuse betritt, wird gescannt. Wenn alles in Ordnung ist, leuchtet ein grünes Licht auf. Bei Rot verriegeln sich die Türen und ein Sicherheitsbediensteter schreitet ein.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen, die auf Metall reagieren, ist es nicht erforderlich, die Schuhe auszuziehen oder den Gürtel abzulegen, da das System den Gegenstand und nicht nur etwas Metallenes erkennt. Diese Lösung, die eine flüssige Kontrolle ermöglicht, ist bis dato konkurrenzlos. Sie ist schneller und erhöht die Sicherheit. Swift’n Protect wirkt auch abschirmend im Fall von Sprengstoff, bietet eine Rücklaufsperre und ist behindertengerecht.

Der Vorteil dieser Innovation, so Jean Loop, Leiter der Business Unit C3S, liegt in der „Funktionsvielfalt der Schleuse“ und der „mobilen Ausführung; sie lässt sich einfach dorthin zu transportieren, wo sie benötigt wird“. „Swift’n Protect ist sehr viel mobiler als die Systeme auf Flughäfen, die an die 300 000 Euro kosten“, fügt er hinzu. „Damit lässt sich ein Business Modell entwickeln, das nur auf ein Zehntel dieser Kosten kommt.“

Als weiteren Vorteil sieht C3S hier auch den Beweis für eine agile Umsetzung der Innovation. „Unsere Berufe gibt es schon lange, die Technik ändert sich jedoch und neue Herangehensweisen sind daher unerlässlich.“ „Wir gehen daher auf unsere Kunden ein, versuchen ihre Politik zu verstehen und neue Lösungen zu erfinden. Meine Rolle ist es, Innovation im Unternehmen zu fördern. Dafür haben wir ein eigenes Team eingerichtet.“

Als die MoHo-Studenten das Projekt einer mobilen Kontrollschleuse angesprochen haben, hat Jean Loop daher die Gelegenheit am Schopf ergriffen und sie eingeladen, zu Cegelec 3S zu kommen, um mit Mitarbeitern des Unternehmens in einem kollaborativen Ansatz etwas Neues zu entwickeln. In sechsmonatiger Zusammenarbeit „ist es gelungen, eine Dynamik anzustoßen und einer innovativen Idee Gestalt zu verleihen“.

Die Bilanz, die C3S daraus zieht, ist positiv. „Es bleibt jedoch noch einiges zu tun“, meint Jean Loop. In einem nächsten Schritt heißt es, den Versuch zu konkretisieren. „Und zwar durch Partnerschaften mit Herstellern, die technische Validierung der Durchlaufzeiten und den Bau einer Kontrollschleuse im Maßstab 1:1. Dann können wir eine Markteinführung ins Auge fassen“, präzisiert der Business Unit Manager.

14/11/2019