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© CZAR/Kad Servives

Die PV-Anlage von Zagtouli in Burkina Faso nimmt im August 2017 den Betrieb auf. Ein Großprojekt von VINCI Energies.

Wenn es in Afrika eine unerschöpfliche Ressource gibt, dann ist es die Sonne. Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass 2030 bis zu 14 % der in Afrika installierten Leistung aus Solarenergie stammen könnte. Die PV-Anlage in Zagtouli, einem Vorort von Ouagadougou in Burkina Faso, soll im August 2017 ans Netz gehen und gehört zu den Projekten, die zum afrikanischen Solarboom beitragen.

Die Anlage mit einer installierten Leistung von 33,7 MW (Megawatt) wird im Auftrag der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft Sonabel von VINCI Energies errichtet. Maßgeblich dafür ist das Know-how von Omexom. Die PV-Module kommen von der Firma Solarworld. Finanziert wird das Projekt über eine Spende des Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) und ein Darlehen der französischen Agentur für Entwicklung (AFD). Die Finanzierungsbedingungen sehen vor, dass die Dienstleister Material aus der EU oder den AKP-Staaten (Afrika, Karibik, Pazifik) einsetzen.

Wenn sie ans Netz geht, wird Zagtouli die größte PV-Anlage Westafrikas sein.

130.000 Solarmodule

Das Auftragsvolumen in Zagtouli beträgt 37 Mio. Euro. „Die Besonderheit bei diesem Projekt liegt darin, dass es nicht nur um die schlüsselfertige Erstellung einer PV-Anlage geht, sondern auch um Betrieb und Maintenance über einen Zeitraum von zwei Jahren“, so Alexandre Haueisen, Unternehmensbereichsleiter bei VINCI Energies.

Die Anlage besteht aus 130.000 Solarmodulen aus polykristallinem Silizium mit einer Einzelpeakleistung bei maximaler Sonneneinstrahlung von 260 Watt, 1.800 Strukturen mit jeweils 72 um 15 Grad geneigten Modulen sowie 32 Wechselrichtern à 1 MW. Diese Wechselrichter formen den Gleichstrom in 33kV-Wechselstrom um, der dann eingespeist wird. Dazu wird die Anlage an die Umspannstation von Zagtouli angeschlossen.

„Diese Station wurde 2009 gebaut, um Bobo-Dioulasso, die zweitgrößte Stadt des Landes, an die Hauptstadt Ouagadougou anzubinden. Weil Bobo-Dioulasso aber schon mit Ferkessédougou in der Elfenbeinküste verbunden war, hat das auch das Verbundnetz zwischen diesen beiden Ländern verbessert“, fügt Haueisen hinzu.

Stromerzeugung steigern und verbilligen

Mit diesem Solarkraftwerk möchte Sonabel ihre Stromerzeugung steigern und gleichzeitig die Versorgungskosten senken, die stark vom Staat subventioniert werden. „Die Anlage wird an eine zuverlässige Umspannstation angeschlossen, denn Solarkraftwerke arbeiten nur bei funktionierendem Netz, während konventionelle Kraftwerke je nach Bedarf herunter- und wiederangefahren werden können“, erläutert Haueisen.

Eine von der EIB (Europäische Investitionsbank) finanzierte Erweiterung des Standorts um 17 MW ist bereits geplant. Wenn sie ans Netz geht, wird Zagtouli die größte PV-Anlage Westafrikas sein.

Mit 2.200 KWh pro m² und Jahr weist Zagtouli eine hohe Sonneneinstrahlung auf; aufgrund des Harmattan (ein sehr trockener, häufig mit Staub beladener Nordostwind) und der geringen Niederschläge in der Region müssen die Module allerdings oft gereinigt werden – in Europa ist das nur alle fünf Jahre notwendig.

Aber abgesehen von dieser Unannehmlichkeit ist eine PV-Anlage praktisch wartungsfrei, man muss nur von Zeit zu Zeit ein paar Sicherungen auswechseln“, so Alexandre Haueisen, in dessen Augen für die zweite Entwicklungsphase der Solarenergie in Burkina Faso die lokale Einrichtung von nicht an das Netz angeschlossenen „Off Grid“-Solarkraftwerken notwendig ist.

 

19/04/2017