Seit Ende 2020 nutzt Actemium Bordeaux Energies et Services die holografische 3D-Simulation. Die Kund:innen können sich so ein konkretes Bild von ihrer zukünftigen Arbeitsumgebung machen. Eine technologische Innovation für mehr Transparenz und Vertrauen.

Bei Industrieprojekten taucht bisweilen das Problem auf, dass sich die Kund:innen nur schwer in die Planung hineinversetzen können. Eine zweidimensionale Zeichnung oder sogar ein Modell gibt das Endergebnis nur unvollständig wieder, so dass es manchmal zu Missverständnissen zwischen Auftraggeber:in und ausführendem Unternehmen kommt.

Um diesem Missstand abzuhelfen und sich vom Wettbewerb abzuheben, beschloss Actemium Bordeaux Energies et Services vor zwei Jahren die Umstellung auf 3D-Modelle. Dazu schaffte die auf Elektroinstallationen und Anlagenbau in der Industrie spezialisierte VINCI Energies-BU eine 3D-Brille, zwei Joysticks und Positionssensoren an, die mit einem PC verbunden wurden.

Die ersten Versuche verliefen jedoch enttäuschend. Bei dem System war es nicht nur erforderlich, im Vorfeld die Arbeitsumgebung zu modellieren, sondern einige Kund:innen klagten auch über Übelkeit und Schwindel.

„Sind die Nutzer:innen in einer virtuellen Welt ohne Kontakt nach außen unterwegs, verlieren sie ihre Anhaltspunkte“, erläutert Eric Bousquet, BU-Leiter von Actemium Bordeaux Energies et Services. Es kommt zu einer Diskrepanz zwischen den Rückmeldungen aus dem Innenohr und von den Augen.”

Aufgrund dieser Erfahrung setzt Actemium Bordeaux Energies et Services seit Ende 2020 mit der HoloLens 2 von Microsoft auf die holografische Projektion.

Diese Mixed Reality-Brille funktioniert autonom und braucht keine Sensoren. Vor allem aber fällt die Modellierung des Industriestandorts weg. Die Anwender:innen tauchen in die bestehende Umgebung im Maßstab 1:1 ein und können gleichzeitig mit den eingeblendeten, virtuellen Objekten interagieren.  

Mehr Transparenz, mehr Vertrauen

Die holographische 3D-Simulation ermöglicht die Visualisierung und Vorausplanung sämtlicher Projektphasen. So werden alle Beteiligten mitgenommen. „Das Tool sorgt für einvernehmliche Lösungen“, findet Bousquet.

„Ein:e Projektleiter:in kann das Bedienpersonal einbinden und nach seiner Meinung fragen“, so der BU-Leiter weiter. „Es ist wichtig, die Teams bei der Bedarfsermittlung mit ins Boot zu nehmen. Sie sind von einem Projekt schließlich am stärksten betroffen und müssen ihre Arbeitsgewohnheiten ändern.”

Fachleute und Einkäufer:innen können per Videokonferenz zugeschaltet werden, das reduziert den Reiseaufwand. Die Kund:innen sehen exakt dasselbe wie der Nutzer in seiner 3D-Brille. Sie können ihn führen, auf dem Bildschirm Skizzen zeichnen, Änderungswünsche kenntlich machen.

„Nach ein paar Monaten sind alle restlos begeistert!”

Das technische Personal wird virtuell geschult, bevor es vor Ort tätig wird. So kann es ausgiebig und völlig gefahrlos üben.

Intern verfolgen die Actemium-Techniker:innen den Projektfortschritt, indem sie das existierende Modell mit dem zukünftigen Modell überlagern.

„Wir nutzen diese Technik erst seit ein paar Monaten, aber alle sind restlos begeistert – sogar die ursprünglich skeptischen Kund:innen!“ , so Bousquet abschließend. Sie können sich bereits vorab ein Bild vom Endergebnis machen, und das stärke, unterstreicht er, die Transparenz und das Vertrauen in unseren Kundenbeziehungen.

  

14/10/2021