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Standpunkte von Persönlichkeiten, Topmanagern, Forschern, Meinungsführern zu einem aktuellen oder strukturgebenden Thema in Bezug auf digitale Transformation und Energiewende.

Louis Pinon, technischer Leiter für Innovation und Smart Building bei VINCI Facilities (VINCI Energies), bricht eine Lanze für ein klar prädiktiv ausgerichtetes CMMS (Computerized Maintenance Management System) der jüngsten Generation.

 

BIM (Building Information Modeling), Smart Building (intelligentes Gebäude), EMS (Energy Management System) … – all diese Tools und Systeme deuten auf einen tiefgreifenden digitalen Wandel im Hochbau hin. Angesichts dessen mögen CMMS, von denen die ersten Anfang der Achtzigerjahre auf den Markt kamen, heute überholt wirken.

Diese Software soll die Instandhalter bei ihrer Arbeit unterstützen (Maintenance-Management, Lager-, Einkaufs- und Personalverwaltung, Terminplanung usw.), hat aber tatsächlich bisher kaum von dieser digitalen Revolution profitiert. Im Bausektor wird das CMMS gar nicht erst berücksichtigt, denn dort kümmert man sich bisher noch nicht um die Lebenszyklusbetrachtung eines Gebäudes.

Konkret gibt es noch keinen Abgleich mit dem BIM, einem 3D-System, in dem alle Daten eines Bauprojekts intelligent und strukturiert gespeichert werden. Für diese voneinander unabhängig arbeitenden neuen Tools gibt es auch keine Namenskonvention.

Dies ist besonders bedauerlich für das CMMS, da die Auftraggeber ihre Instandhalter regelmäßig austauschen und bei jedem Wechsel Instandhaltungsinformationen verloren gehen.

Die Instandhaltung von morgen ist prädiktiv

Es handelt sich also weniger um ein technisches Problem, sondern vielmehr um eines in Bezug auf die praktische Umsetzung und bestimmte Gepflogenheiten. Dabei kann ein CMMS dank Datenverarbeitung durchaus an Nutzen und Pertinenz gewinnen. Gleichzeitig ändert sich die Art und Weise, wie Instandhaltung durchgeführt wird: von der bisher präventiven Wartung (Austausch von Teilen in bestimmten Intervallen), der kurativen (bei Ausfällen) und vorgeschriebenen Maintenance (z. B. Austausch sämtlicher Feuermelder alle drei bis fünf Jahre) zu einer prädiktiven Anwendung.

Ein prädiktives CMMS muss dynamisch und deshalb mit dem BIM vernetzt sein

Dies erfordert eine Instandhaltungssoftware, die nicht mehr statisch, sondern dynamisch arbeitet, also mit dem BIM vernetzt ist und so alle Änderungen oder Einsätze an dieser oder jener Anlage berücksichtigen kann.

Die Integration der verschiedenen Baumanagementsysteme steckt zwar noch in den Kinderschuhen, macht jedoch Fortschritte. Langfristig könnte diese Instandhaltung der jüngsten Generation übrigens durchaus zu einem BIM-Modul werden. Einige Marktteilnehmer wie IBM oder Oracle haben bereits neue Instandhaltungsmodule in ihre Anwendungen integriert. Die ersten Ausschreibungen mit integriertem betrieblichem BIM kommen auf den Markt, was als Vorzeichen einer neuen, prädiktiven Instandhaltungsphilosophie zu werten ist.

Dennoch zögern einige Kunden angesichts der Kosten, die durch die zahlreichen Sensoren und die Entwicklung der erforderlichen Software-Gateways entstehen. Dabei könnten beispielsweise die verschiedenen Nutzer eines Gebäudes ihre Instandhaltungskosten deutlich senken, wenn sie gemeinschaftlich auf ein BIM zugreifen würden. Da Betrieb und Instandhaltung durchschnittlich 75 Prozent der gesamten Lebenszykluskosten eines Gebäudes verursachen, verdient diese Frage durchaus Beachtung.

 

15/10/2018

Louis Pinon, technischer Leiter für Innovation & Smart Building bei VINCI Facilities

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