Da Wetterdaten in Afrika Mangelware sind, installiert Degreane Horizon 39 Messstationen an afrikanischen Flughäfen und trägt so zur besseren meteorologischen Abdeckung des Kontinents bei.

Wetterdaten sind auf der ganzen Welt von großer Bedeutung für Sicherheit und Wirtschaft. In Afrika sind sie jedoch entscheidend, denn gerade dieser Kontinent ist mit am stärksten von dem durch die Erderwärmung verursachten Klimawandel betroffen. Außerdem hat Afrika besonders wenig Mittel zur Verfügung, um die so dringend benötigten Daten zu erheben. Nur zehn der 54 Länder betreiben nach Schätzungen der Weltbank zufriedenstellende Wetterdienste. Letztere beziffert des Weiteren den Finanzbedarf für die Modernisierung der afrikanischen hydrometeorologischen Dienste auf eine Milliarde Dollar.

Die Weltbank trägt im Rahmen des Hydromet-Programms zum Aufbau eines verlässlichen Systems zur Wetterdatenerfassung in Echtzeit bei. Weitere Beteiligte sind unter anderem die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und die französische Agentur für Entwicklungszusammenarbeit. Gleichzeitig plant die nicht gewinnorientierte transafrikanische hydrometeorologische Beobachtungsstelle, auf dem Kontinent alle 30 Kilometer eine Wetterstation zu installieren. Dies würde bedeuten, dass zu dem derzeit im Aufbau befindlichen Netz weitere 20.000 Einzelstationen hinzukommen.

„Wir setzen die Infrastruktur und das Personal an den Flughäfen ein, um die Ressourcen gemeinsam zu nutzen und so zur landesweiten meteorologischen Abdeckung beizutragen.“

Für Flughäfen sind Wetterdaten ein entscheidender Sicherheitsfaktor, weshalb auch sie einen Beitrag leisten. Die ASECNA, eine gemeinsame Zivilluftfahrtbehörde von 18 afrikanischen Staaten, beauftragte vor kurzem Degreane Horizon (VINCI Energies) mit der Installation von 39 synoptischen Wetterstationen zur Erfassung verschiedener Wetterdaten.

Kontinuierlicher Datenfluss

„Die an den Flughäfen gewonnenen Informationen – ein kontinuierlicher Datenfluss, der den Piloten übermittelt wird – gehen über deren eigenen, spezifischen Bedarf hinaus. Gleichzeitig erfassen die Wetterdienste nur alle sechs oder gar 24 Stunden meteorologische Daten“, erläutert Yann Sultan, Leiter des Geschäftsbereichs Wetterdienste bei Degreane Horizon. „Deshalb setzen wir die Infrastruktur und das Personal an den Flughäfen ein, um die Ressourcen gemeinsam zu nutzen und so mit einer Messstation am Hauptflughafen zur landesweiten meteorologischen Abdeckung beizutragen.“ Die synoptische Station sendet stündlich eine von der Weltorganisation für Meteorologie definierte, standardisierte Nachricht mit Wetterdaten an das nationale oder regionale Netzwerk.

Die von Degreane Horizon schlüsselfertig erstellte Station umfasst einen „Met Garden“ mit vielerlei automatischen Erfassungsgeräten für Niederschlag, Temperatur, Luftdruck und weitere Parameter wie Sonneneinstrahlung. Diese sind über einen Lichtwellenleiter mit einer Wetterstation verbunden. Dort sind die technischen Einrichtungen und Server untergebracht. Die Techniker stützen sich auf eine Art Supervisor, „eine Software zur Erfassung, Speicherung und Verarbeitung von Daten“, so Sultan. Dabei handelt es sich nicht nur um Daten aus dem „Met Garden“: Die von Menschen erhobenen Wetterbeobachtungsdaten sind nach wie vor eine wichtige Ergänzung der automatischen Messungen.