Seit 2019 unterstützt die auf Facility Management spezialisierte Eingliederungsfirma TIM arbeitsmarktferne Personen bei der Suche nach einem festen Arbeitsplatz. Zum ersten Mal beteiligt sich VINCI Energies damit an einer Eingliederungsfirma.

Niemand ist unersetzlich – aber gleichermaßen gibt es niemanden ohne Einstellungsperspektiven. Mit dieser Grundüberzeugung gründeten VINCI Energies und die Vitamine T-Gruppe, französischer Pionier und Marktführer in Sachen Eingliederung durch Arbeit, im Jahr 2019 das „soziale Joint-Venture“ TIM.

„Soziale Joint-Ventures sind hervorragende Mittel im Kampf gegen Arbeitslosigkeit und zur Personalgewinnung. Sie zeigen, dass die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Verbänden, Verwaltungen und Stiftungen durchaus Früchte trägt“, erläutert Mathieu Alesi, Leiter Innovation und soziale Unternehmen bei der französischen VINCI-Stiftung. 

Mit Unterstützung dieser „Fondation VINCI pour la Cité“ wählten die beiden Partner den Bereich Facility Management als Arbeitsfeld für TIM, weil dort viel Personal gebraucht wird (Hospitality Manager, Techniker:innen, Servicemitarbeitende usw.) und außerdem die Sensibilität für soziale Fragen besonders hoch ist. 

„Insbesondere hatten die operativen Mitarbeitenden den Wunsch, dass sich VINCI Facilities konkret sozial engagiert“, so Baptiste Odin, Leiter Geschäftsentwicklung im Großraum Paris der Vitamine T-Gruppe.

„Instrumente zur beruflichen Eingliederung sind hervorragende Mittel im Kampf gegen Arbeitslosigkeit und zur Personalgewinnung.”

TIM wird zu 51 % von Vitamine T und zu 49 % von VINCI Energies gehalten und bietet „klassische“ Dienstleistungen im Bereich „Nutzerservices“ – Management der Besprechungsräume, Post, Logistik, Sekretariat – sowie die Level 1- und Level 2-Instandhaltung – Elektrik, Sanitär, Schlosserei, Klimatechnik.

Geschäftsmodell

„Wie jedes andere Unternehmen verkauft TIM Dienstleistungen an seine Kundschaft. Allerdings bekommen wir öffentliche Beihilfen zur Eingliederung unserer Mitarbeitenden. Auch wenn TIM rentabel arbeiten muss, um den eigenen Fortbestand zu sichern, verpflichten wir uns, dass sämtliche Gewinne zurück ins Projekt fließen – zugunsten unserer Mitarbeitenden“, unterstreicht Adeline Bournisien, Geschäftsführerin von TIM.

Bournisien hat bereits Erfahrung in dieser Position. Schließlich leitete sie zuvor zwei Business Units von VINCI Energies.

„Der einzige Unterschied zwischen einem „normalen“ Unternehmen und uns besteht darin, dass wir auf eine „dynamische Entwicklung“ unserer Mitarbeitenden setzen und sie nach ihrer Eingliederung in eine feste Stellung oder eine Berufsausbildung bringen möchten“, sagt sie.

Deshalb erhalten Mitarbeitende von TIM außerhalb ihrer Arbeitszeit eine soziale und berufliche Begleitung – und das bis zu 24 Monate lang. Eine Beraterin für soziale und berufliche Eingliederung bespricht ihre wirtschaftliche Lage mit ihnen und hilft im Rahmen einer individuellen Betreuung bei der Überwindung von „Einstellungshindernissen“: Mangelnde Kenntnis der Berufswelt, keine Wohnung, nicht mobil usw. Gleichzeitig werden die Beschäftigten weitergebildet und qualifiziert.

Die ersten zwei Aufträge erhielt TIM nach dem Lockdown im Frühjahr 2020. So konnten die beiden ersten Eingliederungswilligen eingestellt werden. Eine Mitarbeiterin ist auf der Tennisanlage des französischen Tennisbundes (FFT) auf der Île de Puteaux am Empfang eingesetzt, ein weiterer kümmert sich um die Nutzerservices im Pulse-Gebäude in Saint-Denis. Dafür wurden Verträge zwischen VINCI Facilities Sports & Partenariats sowie dem FFT und dem Organisationskomitee der Olympischen Spiele 2024 in Paris abgeschlossen.

Gesamtleistung

Über das Vorbild TIM hinaus ist das Engagement in Sachen berufliche Eingliederung zu einem Auswahlkriterium bei Facility-Management-Ausschreibungen geworden. Manche privaten Ausschreibungen sehen 5 % der Gesamtbewertung für diesen Bereich vor; fast alle öffentlichen Ausschreibungen enthalten eine Eingliederungsklausel.

„Im 21. Jahrhundert blickt man mit anderen Augen auf ein Unternehmen. Heute geht es nicht mehr nur um Rentabilität, sondern um die Gesamtleistung“, so Bournisien. Aufgrund dieser neuen Wettbewerbssituation wollen die Unternehmen ihre Leistungsfähigkeit in drei Feldern stärken: bei der Rendite, dem Umweltschutz und im sozialen Bereich. Im Zentrum dieser neuen Strategie steht somit die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen (CSR) als effizientes Instrument zur beruflichen Eingliederung. 

Doch wie misst man den Erfolg solcher Maßnahmen? Baptiste Odin von der Vitamine T-Gruppe ist davon überzeugt, dass es hier entscheidend auf die Qualität der Dienstleistungen ankommt: „In Zukunft wollen wir nicht mehr hauptsächlich aufgrund unseres sozialen Engagements beauftragt werden, sondern weil wir das entsprechende Know-how in diesem Metier mitbringen.”

15/06/2021