Im Sinne einer sicheren Prozesstechnik könnte die Industrie aus der Kombination Roboter, künstliche Intelligenz und Blockchain-Technologie Nutzen ziehen.

Die Verknüpfung von künstlicher Intelligenz und Blockchain dürfte die künftige Entwicklung der Robotik und von lndustrie 4.0 insgesamt beschleunigen. Der mit KI ausgestattete smarte Roboter gewinnt an Autonomie und kann, gestützt auf Umgebungsdaten, sehr viel mehr als nur einprogrammierte Bewegungen ausführen.

Sensordaten werden ohne Kontrolle durch den Menschen direkt in die Entscheidungsprozesse des intelligenten Roboters einfließen. Für einen robusten Industrieprozess ist es wichtig, diese Daten zu sichern. Dafür sorgt die Blockchain. Sie gewährleistet die Transparenz und Rückverfolgbarkeit der KI-basierten Entscheidungen.

„Es gibt noch keine sektorspezifischen Blockchains, die von Industrieunternehmen direkt genutzt werden können.“

Ein „Proof of Concept“ für die Kombination aus Roboter, KI und Blockchain dürfte Industrie & Technologies zufolge Ende 2018 vom Smart Robot-Anbieter Akéo Plus, dem Forschungsinstitut CEA Grenoble und von Industriekonzernen in Angriff genommen werden.

Die Rückverfolgbarkeit KI-generierter Daten geht über die Beziehung zwischen dem Roboter und der Produktionslinie hinaus. Der KI-Datenaustausch kann verschiedene Roboter einer Montagelinie, aber auch andere Werke betreffen, wenn die gesamte Wertschöpfungskette einschließlich Lieferanten eingebunden wird. Fehlerhafte oder geänderte Daten können dabei erhebliche Folgen nach sich ziehen, sei es in der Nahrungsmittelindustrie oder im Flugzeugbau.

Interoperabilität verschiedener Blockchains

„Kein Sektor ist heute in der Lage, eine hundertprozentige Gewähr für seine Daten zu bieten“, meint Stéphane Morel, Gründer von Akéo Plus. Die CEA-Leiterin für das Projekt, Christine Hennebert, erklärt, dass das dreijährige Forschungsprogramm des CEA Grenoble im Bereich Verteilte Systeme und Blockchain auch testen wird, ob es möglich ist, private Blockchains zu nutzen, und unter welchen Bedingungen eine Interoperabilität verschiedener öffentlicher und privater Blockchains gegeben ist. Die Forscherin hält diesbezüglich fest, dass „es noch keine sektorspezifischen Blockchains gibt, die von Industrieunternehmen direkt genutzt werden können.“

„Smart contracts“ sind ein weiterer Aspekt dieses Pilotprogramms. Dem Gründer von Akéo Plus zufolge ließen sich mit intelligenten Verträgen die Supply Chain und speziell der Teil Wartung und Instandhaltung nahtlos automatisieren. Die Maschine könnte sozusagen selbst ihre Ersatzteile bestellen.

13/06/2019