Axians hat für den Bau eines 14 km langen Abwasserstollens in der schwedischen Hauptstadt eine innovative Netzwerklösung entwickelt, die auf der Baustelle für Sicherheit sorgt.

Die Bevölkerung Stockholms ist in den letzten zwanzig Jahren von weniger als 750.000 auf mehr als eine Million Einwohner gewachsen. Im gesamten Ballungsraum der schwedischen Hauptstadt hat sie sich in diesem Zeitraum von 1,7 auf 2,4 Millionen Bewohner erhöht. Dieses starke demografische Wachstum ging natürlich auch mit einer deutlichen Zunahme des Wasserverbrauchs und folglich des Klärbedarfs der anfallenden Abwässer einher.

„Wir wurden mit dem Projektmanagement für die Netzwerk-Lösung betraut, mit der jede Person auf der Baustelle genau lokalisiert werden kann.“

Die Stadtverwaltung beschloss daher, die Klärkapazität zu erhöhen und die Kläranlage Henriksdal im Südosten Stockholms zu einer der modernsten der Welt auszubauen. Das Klärwerk Bromma westlich der Hauptstadt wird im Zuge dieses Projekts stillgelegt. Die bisher in Bromma geklärten Abwässer von Västerort (Stockholm West) werden künftig über einen 14 km langen unterirdischen Sammler zu den Kläranlagen Sickla und Henriksdal geleitet. Weitere Ziele des Kapazitätsausbaus von Henriksdal sind eine verbesserte Wassergüte des Mälaren-Sees im Westen, weniger Direkteinleitungen in die Ostsee im Osten und der Wegfall des Klärschlammtransports durch die Wohnviertel der Landeshauptstadt. 

Echtzeitlokalisierung des Baustellenpersonals

Für den Bau dieses sehr langen Stollens – realisiert von Veidekke und YIT – war es notwendig, ein System vorzusehen, um sicher im Tunnel arbeiten und während der gesamten Bauzeit von Anfang 2020 bis 2026 die Ein- und Ausfahrt aller am Bau Beteiligten in und aus dem Tunnel überwachen zu können.

„Dank Unterstützung durch die Firma Eitech (VINCI Energies), die uns in der Angebotsphase geholfen hat, die richtigen Partner zu finden, wurden wir mit dem Projektmanagement für die Netzwerk-Lösung betraut, mit der jede Person auf der Baustelle genau lokalisiert werden kann“, erklärt Thomas Jansson, Market Manager bei Axians, der ICT-Marke von VINCI Energies.

Um die Sicherheit aller garantieren zu können, muss das Erfassungssystem für den Notfall stets wissen und registrieren, wo sich jede Person und auch jedes Fahrzeug befindet. Axians arbeitet bei diesem Projekt mit den schwedischen Firmen Mobilaris für das Betreiben der Software und TPO für die Planung und Lieferung der Hardware zusammen.

Ein WLAN-basiertes Sicherheitssystem

Das dafür eingerichtete Sicherheitssystem basiert auf WLAN-Technik mit VoIP-Kommunikation in den Tunneln, einem Evakuierungsalarm- und einem Tunnelzugangskontrollsystem sowie einer Internet-Verbindung für die Baumaschinen und Arbeitsgeräte.

„Der größte Teil der Arbeit erfolgt im ersten Jahr, um das WLAN-Netz und alle Anlagen in den Verbindungsstollen einzurichten. Mit Fortschreiten des Haupttunnelvortriebs wird das WLAN-Netz dann nach und nach weiter ausgebaut“, so Thomas Jansson. Insgesamt wird das System 70 PoP (Points of Presence), d.h. Knotenpunkte zum Telekommunikationsnetz, 350 AP (WLAN-Access Points) und 5 Zugangskontrollanlagen umfassen. 

11/02/2021