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Mit Drohnentechnologie und KI ist es möglich, Hochspannungsleitungen sicherer und effizienter zu inspizieren und gleichzeitig Vögel und deren natürliche Lebensräume zu schützen. Das zeigt das Beispiel von Omexom aus Deutschland.

Das Stromnetz muss zuverlässig funktionieren, aber gleichzeitig soll die Biodiversität geschützt werden. Um dies zu gewährleisten, brauchen die Netzbetreiber innovative Lösungen. Die Netzüberwachung mit Drohnen und künstlicher Intelligenz scheint hier konkrete, effiziente Lösungen zu bieten.

In Deutschland führte Omexom High Voltage ein entsprechendes Projekt an der 380 kV-Freileitung Landsbergen – Borken durch, bei dem gezeigt werden konnte, wie Technik für mehr Naturschutz sorgen kann.

Hochspannungs-Freileitungen führen häufig durch schwer zugängliche Naturräume, die von zahlreichen Vogelarten als Brutgebiete genutzt werden.

In der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis 30. September gilt in Deutschland ein besonders strenger Artenschutz. Herkömmliche Inspektionsmethoden sind nicht nur langwierig und risikoreich – es ist auch schwer, die gesetzlichen Auflagen, die Arbeitssicherheit und die Durchgängigkeit der Arbeiten miteinander in Einklang zu bringen.

Bis zu drei Flüge pro Woche

Deshalb nutzt Omexom High Voltage seit 2025 eine digitale Inspektionslösung mit autonomen Drohnen. Entlang der 60 km langen Leitung Landsbergen – Borken mit 140 Masten gibt es fünf Start- und Landeplätze für BVLOS-Flüge (Beyond Visual Line of Sight). Diese werden von einem digitalen Kontrollzentrum aus gesteuert.

Die Drohnen fliegen bis zu dreimal wöchentlich und nehmen hochauflösende Bilder aus verschiedenen Blickwinkeln auf. Diese Daten werden dann von einer künstlichen Intelligenz analysiert, die frühzeitig Vogelnester erkennen kann. In den ersten Phasen werden die Ergebnisse dann noch von einem Mitarbeitenden überprüft.

„Mit den Drohnenbefliegungen wollen wir hauptsächlich bereits vorab klären, ob uns bei unserer Arbeit etwas behindern könnte.”

Dieser Ansatz bietet viele Vorteile. Artenschutzbedingte Einschränkungen können im Voraus berücksichtigt, Einsätze im Einklang mit den Auflagen geplant und die Risiken für das Personal signifikant verringert werden. „Mit den Drohnenbefliegungen wollen wir hauptsächlich bereits vorab klären, ob uns bei unserer Arbeit etwas behindern könnte“, unterstreicht Thilo Gronholz, Vertriebsleiter bei Omexom High Voltage.

Hinzu kommt eine komplette, zuverlässige Instandhaltungsdokumentation sowie eine deutliche Reduzierung der Kosten und Umweltauswirkungen der Inspektionen.

Neue Anwendungen in Planung

Für das Projekt mussten ganz neue Herausforderungen gemeistert werden, insbesondere was die Genehmigungen betrifft. „Die Leitung ist 60 km lang, zuviel, um im Sichtflug und mit nur einer einzigen Drohne zurückgelegt zu werden“, erläutert Gronholz und verweist auf die Komplexität von Langstreckenflügen sowie die Notwendigkeit zur Einrichtung von Start- und Landeplätzen.

Dank dieser Erfahrung konnte Omexom High Voltage das Wissen über Drohnentechnologie und deren Grenzen weiter ausbauen und gleichzeitig den Weg für neue Anwendungen ebnen.

Zukünftig will Omexom High Voltage ein eigenes Drohnenkontrollzentrum einrichten und die Technik auch anderweitig nutzen: Erfassung der Biodiversität, Inspektionen mit Wärmebildkameras oder auch Baustellendokumentation. Eine Weiterentwicklung, die nicht nur den Netzbetreibern, sondern auch der Umwelt zugutekommt – können Drohnen doch einen wesentlichen Beitrag zur Absicherung von Infrastrukturen und gleichzeitig zum nachhaltigen Schutz der Biodiversität leisten.

13/07/2026