Zwei Smart Grids, eines in thecamp, das andere am TGV-Bahnhof, dienen zur Erprobung der Stromeinspeisung aus Akkus in das Netz. Der Verbraucher wird zum Erzeuger.

V2G – schon gehört? Vehicle-to-Grid, die Technologie, mit der Elektrofahrzeuge nicht nur Energie verbrauchen, sondern bei Bedarf den Strom aus einem gerade nicht genutzten Akku zurück ins Netz speisen können. Aktuell laufen mehrere Tests, wie zum Beispiel in Dänemark. Nissan und der Stromversorger Enel haben dort bidirektionale Ladestationen installiert. Oder in Frankreich, wo thecamp, der internationale Campus in Aix-en-Provence, diese Innovation in Zusammenarbeit mit VINCI Energies erproben wird.

„Mit dieser Innovation lässt sich ein Beitrag dazu leisten, Bedarfsspitzen abzufangen und so für mehr Netzstabilität zu sorgen“, merkt Jeanne Bonnet an, Projektleiterin bei Citeos Ingénierie Méditerranée (VINCI Energies).

Für das Projekt „Solar Camp“ wurden zwei Smart Grids installiert, eines am TGV-Bahnhof Aix und das andere in thecamp. Sie werden zwei miteinander kommunizierende Demonstratoren speisen.

„Eine Innovation, die zur Netzstabilität beitragen könnte.“

TGV-seitig entspricht das Smart Grid dem von der SNCF-Bahnhofbetreibertochter Gares & Connexions anvisierten Ziel, sämtliche Bahnhofsbereiche künftig mit erneuerbaren Energien zu versorgen.

Für thecamp hat VINCI Energies die komplette Finanzierung und Installation der Smart Grid-Anlage einschließlich einer Solarladestation mit 7,8 kWp (Kilowatt peak ist die Einheit, mit der die Spitzenleistung einer Solarzelle gemessen wird), der Solarpanels auf dem Dach des Gebäudes und eines Batteriespeichers mit 7,5 kWh Leistung übernommen.

Das netzgestützte Smart Grid (es wird angestrebt, 54 % erneuerbare Energie zu nutzen) speist eine Flotte von 15 E-Bikes, eine Schnellladestation für Elektroautos und ein Ökogebäude, das „Pop-up House“ des innovativen Fitnessclub-Anbieters Keep Cool.

Dank einer Vernetzung mit dem Smart Grid des TGV-Bahnhofs erweitert sich das Experimentierfeld. Sobald das Projekt steht, beginnen diverse V2G-Testläufe. Dann lassen sich sämtliche Stromflüsse anhand der übertragenen Daten analysieren.

„Derzeit“, präzisiert Jeanne Bonnet, „laufen Gespräche mit der Automobilindustrie über die Bereitstellung von Fahrzeugen, die Strom in das Netz einspeisen können. Über eine App des Start-ups Bovlabs kann der Nutzer mithilfe einer Blockchain den Energiefluss überwachen. Er parkt sein Auto auf dem Campus, gibt ein, wann er wieder wegfährt, und erteilt seine Zustimmung für eine Teilentladung seines Akkus.“

13/06/2019