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© Chris Barbalis

Die Smart Building Alliance hat nach Herausgabe eines ersten Standards für intelligente Gebäude („Ready to Services“) ein zweites Bezugswerk in Angriff genommen: „Ready to Grid“, um intelligente Gebäude mit der intelligenten Stadt zu vernetzen.

Die Smart Building Alliance (SBA) mit Mitgliedern aus den Bereichen Smart Buildings und Smart City hat Ende 2016 den Standard „Ready to Services“ (R2S) herausgegeben, ein Bezugswerk für Bauträger, um vernetzte Gebäude als Plattform für Dienstleistungen zu nutzen. Nun hat die SBA ergänzend dazu den Standard „Ready to Grid“ (R2G) in Angriff genommen, der ab 2018 vorliegen dürfte.

Plusenergiegebäude mit lokaler EE-Produktion werden an Smart Grids angebunden sein.

„Beim ersten Standard ging es darum festzulegen“, erklärt Pierre Blanchet, Innovationsbeauftragter für Gebäudetechnik bei VINCI Energies France, „woran man beim Planen eines Gebäudes denken muss, um es mit seiner Umgebung zu vernetzen.“ Die Anforderungen in dem von der Arbeitsgruppe erstellten Dokument betreffen vor allem die Daten- und Telefonnetze.

Dem vom Präsidenten der SBA, Emmanuel François, herausgegebenen „Manifest“ zufolge soll das R2S-Label sowohl Bauherren als auch Generalunternehmen und Nutzer dazu anhalten, sich für Smart Building-Konzepte zu entscheiden.

Das „smarte“ Bindeglied zwischen „Building“ und „City“

„Der zweite Standard Ready to Grid“, so Pierre Blanchet, „wird sich mit den Voraussetzungen befassen, damit ein Gebäude Energie abgeben bzw. erhalten kann“. Gegenstand des Bezugswerks sind diesmal die Betriebsmedien: Strom, Warmwasser bzw. Kühlwasser. „Ready to Grid wird das unerlässliche Bindeglied bilden, um ein Smart Building an die Smart City anzuschließen“, unterstreicht der an der R2G-Erarbeitung mitwirkende Innovationsbeauftragte.

Laut französischer Wärmeverordnung ist für Plusenergiegebäude mit lokaler EE-Produktion eine Smart-Grid-Anbindung verbindlich vorgeschrieben. Geplant ist auch, dass Elektrofahrzeuge in Spitzenlastzeiten über „Smart Grids“ vorübergehend zu Energielieferanten werden können.

Von einer zentralen zu einer dezentralen Versorgung

„Die Wahl für die lokale Energieproduktion fällt häufig auf Photovoltaik“, merkt Pierre Blanchet an. „Angesichts des Bedarfs eines Stadtgebäudes bietet diese Technologie jedoch eine zu geringe Leistung. Es wäre daher der Sache zuträglich, sich über Konzepte Gedanken zu machen, die noch eine andere erneuerbare Energie hinzuziehen, beispielsweise Wärmenetze mit Nutzung von Warmwasser, das anderswo – außerhalb des Gebäudes oder sogar der Stadt – erzeugt wird.

„Auch die Frage der Energiespeicherung in Gebäuden muss in diesen Standard einfließen“, meint Pierre Blanchet. Und noch einen Aspekt gilt es bei der Erarbeitung von Ready to Grid zu berücksichtigen: die Notwendigkeit, nicht einzelne Gebäude, sondern ganze Stadtteile zu betrachten, um lokale Ressourcen und Infrastrukturen gemeinsam zu nutzen.

Die SBA hat sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten fünf bis zehn Jahren mithilfe intelligenter Systeme mit Diensten in den Bereichen Energie, Mobilität, Gesundheit und Beschäftigung von einer zentralen auf eine dezentrale Versorgung der Nutzer überzugehen.