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Porträtserie über Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von VINCI Energies. Sie üben mit ganz unterschiedlichem Background, einzigartigen Profilen und Werdegängen in der ganzen Welt einen der zahlreichen Berufe aus, die den Reichtum von VINCI Energies ausmachen.

Als leitende Ingenieurin für kerntechnische Systeme und Strahlenschutz bei Cegelec CEM bringt Alexia Favre technisches Fachwissen, Managementkompetenz und den Ehrgeiz mit, die Rolle von Frauen in der Industrie zu stärken.

„Das größte Hindernis für einen höheren Frauenanteil, insbesondere in der Industrie, liegt in überkommenen Denkweisen begründet.“ Mit diesen Worten beginnt Alexia Favre, 37, leitende Ingenieurin für kerntechnische Systeme und Strahlenschutz bei Cegelec CEM, einem Unternehmen von VINCI Energies, üblicherweise ihre Vorträge an Schulen, mit denen sie Mädchen für technische Berufe begeistern will.

„Frauen für Industriejobs zu rekrutieren ist nach wie vor schwierig“, stellt die junge Frau fest, „weil es einfach noch zu wenige Bewerberinnen auf dem Markt gibt. Deshalb nehme ich seit 2021 an den Treffen mit dem von VINCI Energies unterstützten Verein „Elles bougent“ teil, außerdem an den Tagen der Offenen Tür der Ingenieurshochschule Ense3 Grenoble, die eine Partnerschaft mit Cegelec CEM unterhält.”

Favre weiß, worüber sie redet. Als Schülerin wollte sie ursprünglich Tiermedizin studieren, aber eine Physikstunde, in der es um Kernkraft ging, bewegte sie zum Umdenken. „Das Thema hat mich sofort fasziniert. Deshalb beschloss ich, später einmal in diesem Bereich zu arbeiten.”

Die Offenbarung wird zur Berufung. Sie schreibt sich zunächst in einem Vorbereitungskurs für eine Elitehochschule ein, merkt aber schnell, dass dieses sehr wettbewerbsorientierte Umfeld nicht zu ihr passt. Mitten im Studienjahr wechselt sie zum Technischen Hochschulinstitut (IUT) in Annecy. Mit ihrem Abschluss in der Tasche hat sie ein klares Ziel vor Augen: Sie möchte Ingenieurin werden. Sie entscheidet sich für ein Duales Studium und geht an die Ecole Nationale Supérieure des Mines von Saint-Etienne, wo gerade ein weiterführender Ingenieursstudiengang Kerntechnik startet.

Deutschland beschleunigt Karriere und Eigenständigkeit

Im Pierrelatte (Departement Drôme) südlich von Montélimar, beim Industriekonzern Daher, absolviert sie den Praxisteil ihres Studiums. Nach drei Jahren wird sie ins hessische Hanau geschickt, um dort die Erstellung von deutsch-französischen Zulassungsunterlagen für Transportbehälter für radioaktive Stoffe zu leiten. 2012 wird sie als Planungsingenieurin eingestellt.

Bei ihrer Ankunft spricht sie kein Wort Deutsch, lernt die Sprache aber vor Ort. Zwei Jahre später ist sie Projektleiterin und entwickelt drei Jahre lang einen neuen Transportbehälter.

Diese Erfahrung in Deutschland hat ihre Laufbahn nachhaltig geprägt: „Ich lernte dort eine sehr stringente Arbeitskultur mit hochspezialisierten Fachleuten kennen, die allerdings sehr eigenständig arbeiten“, erläutert sie. „Durch das so gewonnene Selbstvertrauen konnte ich mich bei Daher NCS recht schnell weiterentwickeln – sowohl beruflich als auch fachlich. Auch das Wohlwollen meiner Kolleg:innen hat mir enorm geholfen.“ Sie erkennt dort außerdem, dass die extrem strengen Vorschriften in der Kerntechnik für Ingenieur:innen als starker intellektueller Anreiz wirken können.

„Das Vertrauen des Managements ist von unschätzbarem Wert.”

Weil sie weiter Karriere machen und gleichzeitig zurück in ihre Heimatregion möchte, wechselt sie 2017 zu Cegelec CEM in Grenoble, eine von 28 Business Units von VINCI Energies, die auf Kerntechnik spezialisiert sind. Überzeugt hat sie damals vor allem die große Projektvielfalt: Neuanlagen, Rückbau, Sondermaschinen und Instandhaltung kerntechnischer Anlagen.

Als neue technische Leiterin steigt sie sofort in das Projekt ICEDA ein, eine Anlage zur Verpackung und Einlagerung radioaktiver Abfälle, die beim Kernkraftwerk Bugey (Departement Ain) entsteht, etwa fünfzig Kilometer östlich von Lyon. Drei Jahre lang erwirbt sie dort solide technische Fachkenntnisse, insbesondere im Bereich Handling, und lernt gleichzeitig die industrielle Praxis kennen. „Auf einer Baustelle gibt es jeden Tag neue Herausforderungen, und es braucht ständig konkrete Lösungen.”

Kerntechnische Großprojekte bei Cegelec CEM

2020 übernimmt Favre das besonders sensible Labgene-Projekt im Rahmen des brasilianisch-französischen ProSub-Programms. Anfang 2024 wird sie dann zur Leiterin der Abteilung „Organisation Performance kerntechnische Projekte & Strahlenschutz“ ernannt. Mit einem siebenköpfigen Team strukturiert sie neue Planungsverfahren für kerntechnische Anlagen und Strahlenschutz im Rahmen der Geschäftstätigkeit von Cegelec CEM.

Diese Aufgabe füllt sie mittlerweile voll aus, und weil sie davon überzeugt ist, dass Kerntechnik eine wesentliche Rolle für die energetische Unabhängigkeit Frankreichs spielt, entwickelt sie neue Verfahren im Bereich der nuklearen Sicherheit und steuert die Implementierung von Leistungskennzahlen für den Engineeringbereich.

Ihr Team bestehend aus drei Frauen und vier Männern zeigt konkret, wofür sie steht. „Meine Hauptaufgabe ist mittlerweile das Management“, erläutert sie. „Die junge Generation hat eine andere Erwartungshaltung, insbesondere in Bezug auf die Work-Life-Balance. Deshalb müssen wir unsere Organisationsstruktur überdenken, mehr vorausplanen und für sinnstiftende Aufgaben sorgen. Dialog und ein offenes Ohr sind hier von entscheidender Bedeutung.”

Ein Prinzip ist und bleibt grundlegend für Alexia Favre: die Eigenständigkeit. „Das Vertrauen des Managements ist von unschätzbarem Wert. Es sorgt für persönlichen Einsatz, die Übernahme von Verantwortung und schafft eine echte Gruppendynamik.”

14/10/2026

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