Aufgrund eines spezifischen Bedarfs des Kunden RTE hat Axians ein Montagesystem für Antennen entwickelt, das sich besonders einfach auf Hochspannungsmasten installieren lässt.

Arteria, eine Tochtergesellschaft des französischen Übertragungsnetzbetreibers RTE, vermarktet überschüssige Glasfaserkapazitäten und vorbereitete Antennenpositionen auf hohen Strommasten. Unter anderem bietet sie Hosting-Lösungen im Bereich IT- und Kommunikationstechnik an.

Für die Hochspannungsmasten suchte Arteria nach einer Lösung zur Montage von Antennenträgern, die stabil genug für die aufgrund des 5G-Ausbaus immer schwereren Sende- und Empfangssysteme der Telekombetreiber sind. Gleichzeitig sollte ein weiteres technisches Problem gelöst werden: Aufgrund der steilen Flanken der Hochspannungsmasten war die korrekte Ausrichtung der Antennen bisher nur sehr schwer möglich.

Standardsystem „erweitertes 5G-Kit“  

Axians, die ICT-Marke von VINCI Energies, montierte im Auftrag von Arteria bereits zuvor Antennen auf den Mastspitzen und befasste sich ab Mitte 2019 mit diesem Thema.

„Getragen von der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen Vertrieb, Planung und Statik konnte unser Ingenieurbüro sehr schnell ein geeignetes Installationssystem entwickeln, das zudem den Arbeitsschutz verbessert: Eine Art Anschlag, der „Hut“, verhindert, dass die Mitarbeitenden in den Gefahrenbereich der Hochspannungsleitungen geraten“, so Anne-Laure Noël, BU-Leiterin von Axians Pylônes Services France.

Das Standardsystem für die Montage von 5G-Antennen auf Hochspannungsmasten hört auf den Namen „erweitertes 5G-Kit“ und wird seit 2020 vermarktet. Es erlaubt die Montage von Equipments mit einer Fläche von bis zu 2,6 m² und 200 kg Gewicht pro Sektor. Jeder Bausatz besteht aus 2 Antennenträgern (2 mögliche Sektoren).

„Mit dem 5G-Kit können Hochspannungsmasten als Antennenträger für den raschen 5G-Ausbau eingesetzt werden – eine Stromabschaltung ist dafür nicht erforderlich.”

„Wir sind die einzigen mit einer solchen Lösung, die wir von A bis Z selbst realisieren. Außerdem haben wir die notwendigen Mobilfunk-Kompetenzen, um das System anzuschließen und die Betriebsfähigkeit zu überprüfen“, so Noël weiter. Für die Installation vor Ort setzt sie ein sechsköpfiges Team ein.

Ein Standort, mehrere Betreiber

Ein weiterer Vorteil des Systems: Die Montage ist unter Spannung möglich. „Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits möchte RTE seine Übertragungsleitungen möglichst unterbrechungsfrei betreiben, andererseits wollen die Netzbetreiber einen schnellen 5G-Ausbau“, unterstreicht Noël.

Bis Frühjahr 2021 hatte Axians frankreichweit bereits 35 seiner 5G-Bausätze installiert. Der Stückpreis liegt zwischen 5.000 und 10.000 Euro. „Das Marktpotential beläuft sich auf 60 bis 80 Stück pro Jahr“, meint Anne-Laure Noël und fügt hinzu, dass die BU auch die Instandhaltung der Anlagen übernehmen könne. „Das System besteht aus verzinktem Stahl und hält sicher mehrere Jahrzehnte“, sagt sie.

Aber ihr Team hat noch einen zweiten Pfeil im Köcher. „Wir haben ein weiteres System entwickelt, mit dem mehrere Betreiber ohne Interferenzen oder Störungen denselben Mast benutzen können“, so Noël. Dabei werden mehrere Rohre nebeneinander montiert und bilden eine Art Krone innerhalb der Maststruktur.

 

14/10/2021

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