Aufgrund punktueller Überlastungen des portugiesischen Stromnetzes setzt das Land auf Speicherlösungen, um die vermehrte Einspeisung von Solarstrom zu unterstützen. Ein neuer Batteriespeicher östlich von Lissabon illustriert diese neue Strategie, welche die Hybridisierung der Energieversorgung mit der Stärkung der Systemresilienz verbindet. Omexom ist an dem Projekt beteiligt.

©Cyrille Dupont / The Pulses
Weil Portugal auf die Beschleunigung der Energiewende setzt, tritt die Frage der Stromspeicherung in den Vordergrund. Derzeit sind mehr als 6 GW Solarleistung installiert, und die Produktion dürfte sich bis 2030 verdreifachen. Das Land steht deshalb vor einem Paradox: Der Boom der Erneuerbaren sorgt punktuell für eine sehr hohe Netzauslastung, insbesondere in den Mittagsstunden und am Wochenende.
Vor diesem Hintergrund hat Hyperion, ein auf erneuerbare Energien spezialisiertes portugiesisches Unternehmen, Omexom Portugal mit der Errichtung eines Batteriespeichersystems (Battery Energy Storage Systems (BESS) mit 10 MW / 40 MWh am Standort Cavaleira in der Gemeinde Estremoz östlich von Lissabon beauftragt. Das über das europäische Konjunkturprogramm „Next Generation EU“ geförderte Projekt zielt auf die Hybridisierung der erneuerbaren Produktionskapazitäten ab.
Omexom Portugal errichtet bereits ein Solarkraftwerk mit 51,5 MW Leistung und erhielt aufgrund der vorhandenen Engineering-Kompetenzen und der hervorragenden Referenzen im Sommer 2025 den Zuschlag. „Wir haben das Projekt bekommen, weil der Kunde mit unserer Termintreue und den Leistungen unserer Teams hochzufrieden war“, erläutert Luis Silva, Business Unit Manager bei Omexom Renewables Portugal. Das Kraftwerk steht in einer Region mit über 2.000 Sonnenstunden pro Jahr und wird jährlich etwa 104 GWh in das portugiesische Stromnetz einspeisen.
Zuverlässigere Stromversorgung
Batteriespeichersysteme nehmen überschüssigen Strom auf, wenn mehr erzeugt als verbraucht wird und die Marktpreise zu stark fallen. Die Systeme spielen deshalb eine wesentliche Rolle. „Je mehr PV-Anlagen wir aufstellen, desto komplexer wird die Netzregulierung“, so Silva. Das BESS glättet Schwankungen, verringert Verluste und macht die portugiesische Stromversorgung insgesamt zuverlässiger. Außerdem ermöglicht es eine bessere Verwertung der Produktion, indem es insbesondere abends, wenn der Verbrauch steigt, den Strom zurück ins Netz speist.
„Der Kunde will die genehmigte Netzeinspeisung bestmöglich ausnutzen, indem er tagsüber Sonnenstrom und nachts Windenergie produziert. Das BESS gleicht dabei Schwankungen aus.”
Cavaleira ist übrigens ein lehrbuchmäßiges Beispiel für Hybridisierung. Hyperion entwickelt nämlich am selben Standort einen Windpark. „Der Kunde will die genehmigte Netzeinspeisung bestmöglich ausnutzen, indem er tagsüber Sonnenstrom und nachts Windenergie produziert. Das BESS gleicht dabei Schwankungen aus“, erklärt Silva.
Inbetriebnahme im 2. Quartal 2026
Vor Ort übernimmt Omexom den kompletten Tiefbau, die Installation der Hilfssysteme, die Verkabelung, den Anschluss an die Trafostation sowie die Lieferung des SCADA- und des PPC-Systems. Operativ wird das Projekt von Omexom Conversion & Storage in Frankreich unterstützt. „Dank der Kompetenzen unserer französischen Kolleg:innen können wir bestimmte technische und vertragliche Aspekte absichern – das ist bei diesem ersten BESS-Projekt ein entscheidender Vorteil“, unterstreicht Silva. Die Inbetriebnahme ist zwischen Mai und Juni 2026 geplant, die komplette Fertigstellung im dritten Quartal.
18/06/2026