In der indischen Metropole wird ein neuer 10MW-Batteriespeicher errichtet, um das Stromnetz angesichts aufkommender erneuerbarer Energiequellen zu stabilisieren.

Indien hat die Umstrukturierung seines Stromnetzes angestoßen, setzt vermehrt auf erneuerbare Energiequellen und stattet sich deshalb mit Batteriespeichersystemen aus. Der erste große Energiespeicher mit einer Leistung von 10 MW wurde Anfang 2019 von Tata Power und AES in einem Vorort von Neu-Delhi in Betrieb genommen.

„Mit der Entscheidung für diese Speichertechnik hat Indien die Möglichkeit, seine Stromversorgung zu modernisieren“

Diese innovativen Speichersysteme stabilisieren das Stromnetz durch besseres Lastspitzenmanagement, größere Systemflexibilität und höhere Stromqualität, erläutert Praveer Sinha, Vorsitzender der Tata Power. Außerdem profitieren die 2 Millionen Kunden von Tata Power-DDL von einem besseren Schutz ihrer Anlagen.

 

Schnelle und agile Umsetzung

Ein Vorteil dieser Speichertechnik ist ihre schnelle Umsetzbarkeit verglichen mit herkömmlichen Pumpspeicherkraftwerken. Das von Actemium India – Vasundhara Automation and Engineering Services, einem Unternehmen von VINCI Energies, geleitete Projekt in Neu-Delhi konnte beispielsweise dank eines stringenten Zeitplans innerhalb von nur 14 Monaten fertiggestellt werden.

Die Erfahrung von Vasundhara in Sachen Engineering und Projektmanagement war ursächlich für diesen Erfolg“, erläutert Satheesha Hulimane von Actemium India. Die indische Business Unit übernahm Planung und Montage der Anlage einschließlich Trafos, Stromnetz, Heizung, Klima und Lüftung, Beleuchtung und Brandschutz.

Für Indien ist das Projekt eine Premiere, allerdings hat Actemium insbesondere in Europa bereits einige dieser Anlagen errichtet und verfügt über entsprechende Erfahrung“, so der indische Manager.

 

Erneuerbare Energien im Trend

Die Anlage in Neu-Delhi dürfte den Weg für die Netzeinbindung von Batteriespeichern in ganz Indien ebnen, meinen die indischen Experten.

Manish Kumar, Geschäftsführer der für die Stromspeicherung zuständigen AES, sagte dem Fachblatt „Power“: „Mit der Entscheidung für diese Speichertechnik hat Indien die Möglichkeit, seine Stromversorgung zu modernisieren. Wir glauben, dass nach dieser Premiere im ganzen Land ähnliche Anlagen gebaut werden, so dass gleichzeitig auch die Einspeisung von Sonnen- und Windstrom problemlos möglich wird.“   

„Industrie und Regierung setzen in Indien mit Nachdruck auf erneuerbare Energien wie Sonne und Wind“, bestätigt Satheesha Hulimane von Actemium India. Bis 2025 soll die in dem Land installierte regenerative Produktionsleistung 225 Gigawatt betragen.

Dieses Ziel dürfte die Implementierung von Batteriespeichersystemen weiter beschleunigen. Sie bieten nämlich die notwendige Flexibilität zur Einspeisung von unsteten Energiequellen wie Sonne und Wind ins Stromnetz. Insbesondere in Regionen mit lückenhafter Netzinfrastruktur sind Batteriespeicher von großem Wert.

 

20/02/2020