Schutzhelm mit Social Distancing-Funktion, berührungsloser Temperaturmesser, Mitarbeiter-Badge mit Warnmelder… Die Business Units von VINCI Energies haben rasch innovative Lösungen gefunden, um trotz Covid-19 ihrer Arbeit weiterhin sicher nachgehen zu können.

Die seit Monaten zuschlagende Gesundheitskrise hat die Arbeitsgewohnheiten im Handel sowie in den Büros und Fabriken radikal verändert. Rasch wurden jedoch innovative Lösungen entwickelt, um dem Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus vorzubeugen und weiterhin für Sicherheit am Arbeitsplatz zu sorgen. An Ideen fehlt es nicht. Hier Beispiele von VINCI Energies aus der Schweiz und aus Großbritannien.

Mit 100.000 m2 Fläche ist der Standort uptown Basel im Basler Vorort Arlesheim das größte Bauvorhaben in der Nordwestschweiz. Das dort entstehende Kompetenzzentrum für Industrie 4.0 ist eine Baustelle im Rampenlicht, auf der die Arbeit trotz Coronapandemie nie zum Stillstand kam.

„Unsere neuen Tools verzeichnen über die Grenzen unseres Unternehmens hinaus Erfolge. Einige Kunden sind interessiert, sie in ihrem eigenen Unternehmen einzusetzen.“

Im Gegensatz zu anderen Ländern wie Frankreich wurde in der Schweiz nach Ausbruch der Krise kein Baustellenstopp verhängt. „Hingegen hat der Bundesrat für die Arbeit auf Baustellen strenge Vorschriften erlassen, darunter die Einhaltung eines Mindestabstands von 2 m, und zahlreiche Kontrollen dafür vorgesehen“, erklärt Nicolas Muller, Leiter der BU Actemium Automation & Industrial IT.

Und genau um dieses Thema Arbeitssicherheit auf Baustellen mitten in der Pandemie ging es, als sich ein der Marke Axians angegliedertes Schwesterunternehmen an die auf die Optimierung von Industrieprozessen spezialisierte VINCI Energies-BU wandte.

Das mit dem Arbeitspaket Informations- und Kommunikationstechnologie des Basler Projekts betraute Unternehmen wurde Anfang April 2020 vom Bauherrn aufgefordert, eine Lösung zu finden, mit der es möglich war, die Einhaltung der Hygieneregeln bestmöglich sicherzustellen und so ein sicheres Arbeiten zu gewährleisten.

Ein in den Schutzhelm integriertes System

Gewiss wurden die Sanitäranlagen vergrößert, zusätzliche Pausenräume eingerichtet, mehr Kaffeemaschinen und Automaten aufgestellt. Darüber hinaus waren jedoch weitergehende Maßnahmen erforderlich, denn bei der Arbeit, mitten im Gefecht, besteht immer die Gefahr, nicht mehr an die neuen Vorschriften, insbesondere die Abstandsregeln, zu denken.

Gemeinsam mit Axians hat Actemium daher in nur zwei Tagen einen Prototyp für eine Vorrichtung zum Schutz des Baustellenpersonals entwickelt.

„Dieses auf dem Schutzhelm angebrachte System, eine Kombination aus Bluetooth- und UWB-Technologie (Ultra Wide Band), misst die Entfernung zwischen zwei Geräten, d.h. den Abstand zwischen zwei Personen, und alarmiert die Betroffenen mit einem Tonzeichen oder durch Vibrieren, sobald sich der Abstand auf unter 2 m verkleinert (wobei dieser Abstand mit einer mobilen App eingestellt werden kann)“, erklärt Nicolas Muller.

Ein einfaches und effizientes Tool

uptownBasel war sofort überzeugt und bereit, die Idee umzusetzen. Dieses Co-Innovation-Unternehmen beschloss sogar, sie als Kommunikationsmittel einzusetzen. Immerhin handelt es sich um ein stark auf neue Technologien und kollaboratives Arbeiten ausgerichtetes Immobilienprojekt. Es wurde ein Video über das neue Tool gedreht und im Schweizer Fernsehen gezeigt.

Mit Hilfe des auf Bordsysteme spezialisierten elsässischen Jungunternehmens Insolem, das dafür ad hoc eine Leiterkarte entwickelt hat, wurde das Gerät perfektioniert und zur Serienreife gebracht.

„Dank Yammer, dem internen Netzwerk von VINCI Energies, und der auf diese Weise geteilten Information zog das Projekt rasch weitere Kreise. In den letzten Monaten wurden wir von ca. fünfzig Kunden angesprochen, die das neue Tool auf ihren Baustellen oder in ihren Betrieben verwenden wollten“, freut sich Nicolas Muller.

Er betont, dass es sich dabei keinesfalls um ein Tracking von Personen handelt. Es besteht lediglich die Möglichkeit, die jeweiligen Abstände zwischen Personen anonym zu erfassen und als Statistiken im Dashboard-Format anzuzeigen. „Das ist ein zusätzliches Mittel, um das Bewusstsein für die Abstandsregeln zu schärfen, zusammen mit den anderen „Smart Safety“-Maßnahmen von VINCI Energies, bei denen ‚einfach‘ und ‚agil‘ immer zu den Hauptzutaten zählen“, so sein Fazit.

Sicheres Arbeiten im Büro

Unter vielen einschlägigen Initiativen ist die von Cougar Automation besonders innovativ. Die im Bereich Automation und Systemintegration tätige britische VINCI Energies-Tochter hat einen berührungslosen Temperaturmesser und ein Mitarbeiter-Badge mit Alarmfunktion entwickelt. Der Alarm wird ausgelöst, sobald der vorgeschriebene Sicherheitsabstand unterschritten bzw. die in einem Bereich maximal zulässige Personenzahl überschritten wird.

„Wir wollten unseren Mitarbeitern sichere und flexibel nutzbare Büroräume bieten, um den Betrieb in diesen schwierigen Zeiten möglichst wenig zu beeinträchtigen“, so Patrick Gains, Project Manager, und Simon Pape, Business Development Manager bei Cougar Automation.

Das in das Badge integrierte Alarmsystem beruht auf BLE- (Bluetooth Low Energy) und UWB-Technologie (Ultra Wide Band). Der Temperaturscanner erfasst ein Wärmebild des Gesichts und analysiert über 1000 Messpunkte. „Je nach Körpertemperatur wird mit einem grünen oder roten Kontrolllämpchen angezeigt, ob der Mitarbeiter das Büro betreten kann oder sich nach Hause in Quarantäne begeben und den Covid-Test machen lassen muss“, erklärt Patrick Gains. Die hohe Analyseleistung des Sensors – bis zu 700 Personen pro Stunde – ermöglicht eine einfache, zuverlässige und rasche Eingangskontrolle.

Auch in anderen Firmen in Erprobung

Die beiden Systeme sind seit Ende September 2020 einsatzbereit. Cougar Automation verwendet sie für die eigenen 50 Mitarbeiter und will sie dem COVID-Schutzinstrumentarium hinzufügen, das die Firma auch Kunden bereitstellt. „Beide Systeme verzeichnen über die Grenzen unseres Unternehmens hinaus Erfolge. Mehrere Kunden haben bereits Interesse bekundet und wollen damit den Gesundheitsschutz ihrer Mitarbeiter verbessern. Sie haben die Näherungssensoren selbst verwendet und testen derzeit kleinere Stückzahlen, um sie dann überall in ihren Unternehmen einzusetzen“, schließt Simon Pape.

17/12/2020