Bewohnerin aus dem Bett gefallen ist? Die intelligente Wandversorgungseinheit ist eine zuverlässige Lösung, die von einem Unternehmenspool unter Führung von VINCI Energies entwickelt wurde.

Gesundheitseinrichtungen sind ein bedeutender Zielmarkt für digitale Anwendungen. Um den Komfort und die Sicherheit der Patienten zu verbessern, die Arbeit des Personals zu erleichtern und die Beziehungen zu den Familien zu stärken, setzen Pflegeeinrichtungen auf digitale Technologie, die ihre allgemeine Leistungsfähigkeit steigert.

Das gilt natürlich auch für Alters- und Pflegeheime. Weil der Altersdurchschnitt ihrer Bewohner Jahr für Jahr steigt – derzeit liegt er bei 85 – müssen sich diese Einrichtungen auf immer gebrechlichere Patienten einstellen. Ein Hauptaugenmerk liegt deshalb darauf, Stürze der Bewohner zu vermeiden, weil sie ein großes Gesundheitsrisiko darstellen.

Heute konzentriert sich die Entwicklung digitaler Lösungen für Seniorenheime im Wesentlichen auf Hardware in Form von Armbändern oder Anhängern, die von den Bewohnern getragen werden. Nützliche Geräte, allerdings bei weitem nicht perfekt. So schließen bestimmte Erkrankungen das Tragen von Armbändern aus, zudem sind diese tragbaren Beschleunigungsmesser nur selten in der Lage, „langsame“ Stürze zu erkennen, etwa aus dem Sessel – dabei sind solche Verläufe am häufigsten.

Einzigartiges System

Cegelec 3S, ein Unternehmen von VINCI Energies, hat vor kurzem ein völlig neuartiges System entwickelt, das auch kleinste Stürze an jedem Ort im Zimmer eines Bewohners erkennt. Das System nutzt einen festen Sensor, der in der Wandversorgungseinheit installiert wird.

Das Gerät ist mit einem Infrarotfilter ausgestattet und erkennt bei Tag wie bei Nacht alle Bewegungen im Zimmer. Bei einem auffälligen Verhalten – dem Sturz – verschickt es sofort eine Alarmmeldung an die mobilen Endgeräte (Smartphone, Tablet, Computer) des Pflege- oder Überwachungspersonals. Ein Aufnahmesystem ermöglicht die detaillierte Wiedergabe des Sturzes, damit das Personal optimal reagieren kann.

Das System verletzt nicht die Privatsphäre der Bewohner“, so Sylvain Massin, Projektleiter bei Cegelec 3S. Der Sensor zeichnet nämlich nur bei einem Sturz Bewegungen auf, und er nimmt auch kein Videobild auf. Bei der Wiedergabe ist nur eine völlig anonyme Punktwolke in 3D zu sehen.“ 

Agile Lösung

Die Wandversorgungseinheit besteht aus drei Modulen und ist über dem Krankenbett angebracht. Sie wird je nach Kundenwunsch mit unterschiedlichen Funktionen ausgestattet: Sturzerkennung, Leselicht, intelligente Beleuchtung, Lichttherapie, USB-Anschluss, Ladegerät für das Smartphone, Leuchtbänder am Boden usw. Diese Funktionen können über eine digitale Schnittstelle (Tablet, Smartphone) oder per Spracherkennungsassistent (etwa Alexa) gesteuert werden.

„Wir bieten ganz bewusst eine Nachrüstlösung für Renovierungsprojekte an. Sie lässt sich an alle Gegebenheiten anpassen.“ 

„Wir bieten ganz bewusst eine Nachrüstlösung für Renovierungsprojekte an. Deshalb besteht unser System aus drei Modulen, die sich an alle Gegebenheiten anpassen lassen. Die Installation dauert pro Zimmer nur einen halben Tag, damit die Abläufe in der Einrichtung (Tagespflege, Nachtwachen usw.) möglichst wenig gestört werden“, so Massin.

Vier Kooperationspartner

Cegelec 3S übernimmt den Vertrieb dieser Lösung, die aus einer Zusammenarbeit mehrerer Partnerfirmen entstanden ist. Die vorgefertigten Paneele wurden vom in der Normandie angesiedelten Unternehmen Maé Agencement entworfen. Die schnurlosen Bediensysteme kommen von Legrand und vermeiden, dass sich die Bewohner nach hinter oder über ihren Köpfen angebrachten Schaltern strecken müssen. Das Toulouser Start-up Orme Signals & Images brachte sein Know-how in Sachen Sturzerkennung mit digitalen 3D-Sensoren ein. Systemintegration, Lieferung und Installation der intelligenten Wandversorgungseinheiten für Senioren- und Pflegeheime werden schließlich von Cegelec 3S übernommen.

20/02/2020