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Standpunkte von Persönlichkeiten, Topmanagern, Forschern, Meinungsführern zu einem aktuellen oder strukturgebenden Thema in Bezug auf digitale Transformation und Energiewende.

Um den weltweit wachsenden Strombedarf nachhaltig zu decken, muss auf erneuerbare, lokale Energiequellen gesetzt werden.

In Europa sind wir es gewohnt, mit komplexen Systemen zur Erzeugung, Umformung, Übertragung und Verteilung von elektrischem Strom umzugehen, sie gehören zu unserem Alltag.

In anderen Weltgegenden sieht die Lage jedoch ganz anders aus. Das gilt umso mehr für Entwicklungsländer, die zudem noch vor einer weiteren Herausforderung stehen. Die Weltbevölkerung wächst unglaublich rasch.

„Verbesserung der Energieversorgung, aber nicht um jeden Preis“

Schätzungen zufolge um drei Milliarden Menschen in weniger als 30 Jahren. Dadurch steigt der Energiebedarf in den Ländern, die bereits über ein sicheres, hochwertiges Erzeugungs- und Verteilsystem verfügen. Das Bevölkerungswachstum ist aber auch eine Herausforderung für die sich entwickelnden Länder, in denen die Infrastrukturen und Anlagen häufig noch in einem schlechten Zustand sind. Auch sie müssen ihre Versorgungssysteme ausbauen.

Die Energiewende hin zu einem nachhaltigen, verantwortungsvollen Modell betrifft nicht nur die Energieversorger, sondern die gesamte Gesellschaft. Gremien wie etwa der Weltenergierat wachen darüber, dass die steigende Nachfrage auf der ganzen Welt fair, sicher und nachhaltig befriedigt wird.

Dezentrale Modelle

Wichtig ist dabei: Es geht nicht um Energieversorgung um jeden Preis, sondern um deren Sicherstellung durch innovative Lösungen für die Instandhaltung, den Betrieb und den Schutz der Stromnetze. Dabei muss international das Gleichgewicht zwischen Ökonomie, Ökologie und sozialen Aspekten gewahrt werden.

Die Integration dieses neuen, globalen Modells erfordert den Übergang zu einem Produktionssystem für erneuerbare Energie, neuen Speichertechnologien und intelligenten Netzen (Smart Grids) auf Grundlage dezentraler Energieversorgungsmodelle.

Die neuen Systeme zur lokalen Produktion erneuerbarer Energie ermöglichen die Versorgung abgelegener Gebiete, die Energieerzeugung rückt räumlich an den Energieverbrauch heran und verbessert so die Kohlenstoffbilanz.

Diese „Energie-Zweckverbände“ mit eigener Rechtspersönlichkeit wollen ökologische und ökonomische Gewinne zugunsten der Bevölkerung vor Ort erzielen und gleichzeitig die weltweit steigende Nachfrage kostengünstig und effizient decken – eine schwierige Aufgabe.

Allerdings können sie so eigenständig Entscheidungen treffen, die über den rein wirtschaftlichen Gewinn hinausgehen. Diese Situation schafft somit neue Möglichkeiten, die die derzeitige Gesellschaft aufgerufen ist zu nutzen.

14/04/2022

Tamara Yagüe, Unternehmensbereichsleiterin VINCI Energies Spain

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