Omexom errichtet ein zweites Solarkraftwerk inmitten eines Ölfördergebiets und beschleunigt so die Energiewende in diesem kleinen Königreich im Persischen Golf.

Standortsuche ist im Königreich Bahrain keine einfache Aufgabe. Das Land verfügt über wenig Fläche, und die dient vor allem der Ölgewinnung. Um die Energiewende einzuleiten, soll nun Platz für Solaranlagen geschaffen werden. Die Erdölmonarchie hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 700 MW aus erneuerbaren Energien zu gewinnen.

Die Platzverhältnisse sind knapp für den Bau der neuen 3 MW-Fotovoltaikanlage Awali im Auftrag von Tatweer Petroleum, die von Omexom Bahrain (VINCI Energies) inmitten der Tatweer-Förderanlagen auf dieser kleinen Insel errichtet und Ende 2019 in Betrieb genommen wird. Über 8000 Solarmodule kanadischer Herstellung und 28 ABB-Wechselrichter werden künftig eine Jahresleistung von 5,366 GWh erbringen.

Zusammen mit dem 2016 von Omexom installierten 1 MW-Solarkraftwerk erhöht sich dadurch die Kapazität auf 4 MW. In den kommenden Jahren soll sie durch eine dritte Anlage ergänzt werden. Insgesamt wird die Sonnenenergie mit 8 MW zum Strombedarf der Erdölförderung beitragen.

Es handelt sich um das dritte schlüsselfertige Projekt für Omexom Bahrain. Die VINCI Energies-Marke übernimmt die Verantwortung für „alle Projektphasen“, betont Pontius Hutapea, Leiter der Comsip Al A’Ali Business Unit von Omexom Bahrain. Dazu gehören Planung, Errichtung, Anschluss, Erprobung, Inbetriebnahme und eine einjährige Wartung und Instandhaltung nach Anlauf der Stromerzeugung.

Omexom ist im Übrigen das einzige Unternehmen mit einer Zulassung der Wasser- und Energiebehörde des Landes (EWA) für den Bau von Kraftwerken mit einer Leistung von mehr als 1,5 MW, so der Leiter von Omexom Bahrain.

Optimierte Nutzung verfügbarer Flächen

Eine weitere EWA-Ausschreibung dürfte die Installation von Solarmodulen auf den Dächern von Regierungsgebäuden betreffen. Hier lautet das Ziel erneut, die wenigen verfügbaren Flächen im Königreich Bahrain zu nutzen. Der nationale Aktionsplan zur Förderung von erneuerbaren Energien schreibt unter anderem vor, neue Gebäude mit Solarpanels auszustatten.

Bis 2025 sollen auf diese Weise 5 Prozent des Landesbedarfs gesichert werden. Dieser Leistungszubau von 255 MW stützt sich sowohl auf „Net Metering“ und Eigenverbrauch als auch auf Ausschreibungen für Großprojekte, gestützt auf Projektentwickler.

Es geht darum, die Abhängigkeit von Erdöl zu verringern und Investoren zu vermitteln, dass die Energiewende auch inmitten von Ölfeldern greift.

Bahrain ist Mitglied des Golf-Kooperationsrats, der bis 2020 eine Leistung von 7 GW aus erneuerbaren Energien anvisiert. Das Königreich wird sein Zubauprogramm beschleunigen müssen, wenn es den Verzug gegenüber Nachbarstaaten wie Saudi-Arabien aufholen will. In allen Golfstaaten geht es darum, die Abhängigkeit von Erdöl zu verringern und Investoren zu vermitteln, dass die Energiewende auch inmitten von Ölfeldern greift.

12/12/2019