In der Bretagne wird Actemium die GRTgaz-Netzstation Prinquiau ertüchtigen. Sie soll das neue Kraftwerk Landivisiau mit Erdgas versorgen und so zur Gesamtleistung der Stromerzeugungsanlagen des Landes beitragen.

Gasturbinenkraftwerke stellen eine der Stromquellen Frankreichs dar (8 Prozent der Gesamtstromerzeugung des französischen Stromerzeugers EDF Ende 2018) und nutzen seit einigen Jahren eine innovative Technologie, mit der Emissionen begrenzt werden und der Wirkungsgrad steigt.

Ein herkömmliches Gasturbinenkraftwerk funktioniert wie folgt: Durch die Verbrennung fossiler Energie steigt der Druck, die Brenngase treiben eine Turbine an, die ihrerseits an einen Generator gekoppelt ist, der wiederum Strom erzeugt. Die Abgase der Turbine werden in die Atmosphäre ausgestoßen.

Um Umweltbelastungseffekte zu vermeiden und zugleich die Kraftwerkleistung zu steigern, wurden neue Anlagen entwickelt, sogenannte Gas-und-Dampf-Kombi-Turbinenkraftwerke bzw. GuD-Kraftwerke. Die Gasturbinen funktionieren gleich wie bei einfachen Gasturbinenkraftwerken, die Abwärme wird jedoch genutzt, um Dampf zu erzeugen, der seinerseits eine Turbine mit angeschlossenem Generator antreibt und zusätzlichen Strom erzeugt.

Geringerer CO2-Ausstoß

Der Wirkungsgrad eines GuD-Kraftwerks ist beträchtlich. Er kann über 60 Prozent betragen, gegenüber 35 Prozent mit einer einfachen Gasturbine. Darüber hinaus wird weniger CO2 freigesetzt: bis zu 50 Prozent weniger Schadstoffemissionen bei gleichem Stromerzeugungsvolumen.

Es gibt bereits mehrere GuD-Kraftwerke in Frankreich, z. B. in Dunkerque und Montoir-de-Bretagne. Andere befinden sich im Bau wie in Landivisiau im Departement Finistère in der Bretagne. Das neue 450-MW-Kraftwerk wird zur besseren Stromversorgung der Region beitragen und die Stromübertragungsleistung in den Süden der Bretagne stärken.

Turnkey-Projekt Prinquiau

Für die Versorgung mit Erdgas lässt der Erdgasinfrastrukturbetreiber GRTgaz die 1979 errichtete Netzstation Prinquiau (Loire-Atlantique) ertüchtigen und eine Gasleitung zwischen den Stationen Prinquiau und Landivisiau bauen.

Actemium, die VINCI Energies-Fachmarke für industrielle Performance, ist mit dem Teil Elektro-, Mess-, Steuer- und Regeltechnik dieses Erneuerungsvorhabens betraut.

„Bei diesem schlüsselfertigen Projekt übernimmt Actemium sämtliche Leistungen, von der Ausführungsplanung über die Materialbeschaffung, den Schaltschrankbau und die Installation bis hin zur Inbetriebnahme im Juni 2021“, merkt Constatin Batereau an, Leiter der Business Unit Actemium Paris für Energie und Umwelt, die mit dem Projektmanagement betraut wurde. Die Ausführung erfolgt zusammen mit Actemium Saint-Nazaire.

Bessere Feinsteuerung der Stromerzeugung

„Die Arbeiten sorgen für einen besseren Wirkungsgrad, verringern den Emissionsausstoß in die Atmosphäre und ertüchtigen das elektrische System.“

„Die GRTgaz-Netzstation Prinquiau war ursprünglich nicht für die Versorgung eines Kraftwerks wie Landivisiau ausgelegt“, präzisiert er. „Die Arbeiten an beiden Standorten sorgen für einen besseren Wirkungsgrad, verringern den Emissionsausstoß in die Atmosphäre und ertüchtigen das elektrische System.“

Das künftige GuD-Kraftwerk Landivisiau wird außerdem eine bessere Feinsteuerung in der Stromerzeugung ermöglichen. Das Projekt entspricht einer Nachfrage nach mehr Flexibilität. Eines der Hauptmerkmale der GuD-Technik besteht nämlich darin, dass diese Kraftwerke schnell anlaufen und folglich je nach Bedarf zu- und abgeschaltet werden können. Bei herkömmlichen Wärmekraftwerken ist eine solche Flexibilität nicht gegeben.

14/09/2020