Pharmazeutische Produktionsanlagen unterliegen heutzutage strengen Standards und Vorgaben: Und das umso mehr, als die Jagd nach Corona-Impfstoffen in die letzte Runde geht. In diesem Umfeld gelten höchste Ansprüche, so dass sowohl von den Herstellern als auch den sie begleitenden VINCI Energies-BUs Spitzenleistungen in Sachen Flexibilität und Agilität gefordert werden.

Die Corona-Pandemie und die Jagd nach Impfstoffen sorgen für einen nie dagewesenen Druck auf die weltweite Pharmaindustrie. Das gilt insbesondere für den Produktionssektor, wo die Business Units von VINCI Energies an vorderster Front stehen: Mit konkreten Lösungen sorgen sie dafür, dass die Impfstoffhersteller ihre Produktion schneller in Gang bringen können.

„Die Herausforderung besteht darin, innerhalb kürzester Zeit ein vollkommen steriles Distributionssystem zu bauen.“

Bei der europäischen Impfstoffproduktion steht vor allem Belgien im Vordergrund. Tatsächlich ist dieses Land die Drehscheibe der Life-Science-Industrie auf dem alten Kontinent. VINCI Energies ist mit mehreren Business Units vor Ort und begleitet die wichtigsten Marktteilnehmer.

Seit November 2020 sind Actemium Leuven, Actemium Herentals und Hooyberghs HVAC in ein Projekt zur Errichtung einer neuen Produktionsanlage für Corona-Impfstoffe eingebunden (Medienversorgung, Herstellung und Installation von Reinigungs- und Filteranlagen, Integration von Produktionsequipment usw.).

Die Herausforderung bei diesem Projekt liegt im Bau eines absolut sterilen Verteilsystems, das allen notwendigen Qualifikationen genügt, und das innerhalb kürzester Zeit: anstatt den üblichen zweieinhalb Jahren haben wir nur ein knappes Jahr zur Verfügung“, unterstreicht Bart Groeninckx.

Der BU-Leiter von Actemium Leuven unterstreicht auch, welche Agilität dieses Projekt erfordert: „Weil die Montagephase so kurz ist, wird das Engineering laufend hinterfragt, manchmal bis zur letzten Minute. Das erfordert einen ständigen Draht zum Kunden.”

Von 2016 bis 2018 war Actemium an einem noch größeren Projekt beteiligt: Dem Umbau einer kompletten Impfstofffabrik in der Nähe von Brüssel. „Wir haben gemeinsam mit neun VINCI Energies-BUs aus Belgien und Frankreich das komplette Werk gebaut“, erzählt Jan Meeuwesen, Client Manager Life Sciences bei Actemium Herentals. „Aufgrund der engen Zeitpläne war größte Flexibilität gefragt, denn die Automatisierungstechnik kommt immer erst ganz am Schluss.”

Kundennähe

In der Normandie ist Actemium nicht nur breit aufgestellt und flexibel, sondern auch kundennah. „Am Sanofi-Standort Val-de-Reuil arbeiten wir mit drei Business Units: Nassandres-sur-Risle (Spezialmaschinen), Grand-Couronne (E-MSR) und Le Havre Process Control (Industrie-IT). So können wir den Industriekomplex nicht nur großteils selbst managen und ausstatten, sondern sind auch äußerst reaktionsfähig – die drei BUs liegen weniger als eine Stunde vom Werk entfernt“, so Ghislain Brière, BU-Leiter Actemium Le Havre Process Control.

Actemium ist dort für die technische Unterstützung in den Bereichen E-MSR und Automatisierungstechnik zuständig. „Wir installieren und managen die „Eierwender“ (Maschinen, welche am Ende der Impfstoffproduktion die Eiertrays umdrehen, um die Schalen der Entsorgung zuzuführen), aber auch die Roboterinseln, den Transport der Impfampullen von der Abfüllung zu den Gefriertrocknern und das Eiertransportsystem zwischen dem Ovopharm-Werk und dem Sanofi Pasteur-Standort“, erläutert Brière.

Aber Val-de-Reuil ist auch ein internationales Distributionszentrum, das die in ganz Europa hergestellten Sanofi-Impfstoffe in 190 Länder weltweit versendet – pro Jahr 900 Millionen Impfdosen.

„Im Rahmen dieses Transitgeschäfts sind wir für die Instandhaltung der kompletten Industrie-IT zuständig. Die digitale Prozessleittechnik und unser Know-how in diesem Bereich sind von entscheidender Bedeutung, weil der gesamte Standort vollständig automatisch funktioniert. Gerade erst haben wir angefangen, uns mit der Fabrikerweiterung zu befassen, die 2023 abgeschlossen sein soll“, erläutert Brière. Aus diesem Anlass hat er ein technisches Unterstützungsteam auf die Beine gestellt, dessen Mitglieder alle auf 15 bis 30 Berufsjahre in diesem Bereich zurückblicken können.

Über 30 Jahre Erfahrung

Das Pharma-Know-how von VINCI Energies, insbesondere in Sachen Impfstoffe, ist unter anderem das Ergebnis langjähriger Erfahrung, etwa aus der schon über dreißig Jahre währenden Partnerschaft zwischen Actemium und dem Sanofi-Konzern. So am Sanofi-Standort Marcy l‘Etoile bei Lyon. Das europaweit größte Impfstoffwerk exportiert in 150 Länder weltweit und arbeitet in einer Vielzahl von Bereichen mit Actemium zusammen.

„Unsere Fachleute kennen sich bestens mit dem FDA-Standard aus, der bei den Fertigungsprozessen marktbeherrschend ist und mit sehr hohen Anforderungen aufwartet.“

Angefangen bei den Produktionsanlagen. „Wir decken die gesamte Produktionskette ab, aber insbesondere bei der Impfstoffernte und -reinigung ist immenses Fachwissen notwendig – eigens für diese Bereiche konfektioniert unser hochqualifizierter Kessel- und Rohrleitungsbau spezielle Edelstahlbehälter“, so Jean-Pierre Nemoz, Leiter Entwicklung bei VINCI Energies France Centre Est Méditerranée.

Ein weiteres Spezialgebiet von Actemium ist die Steuerung der Anlagenautomatisierung. Hier stützen sich die Business Units der Marke auf Fachleute mit detaillierten Kenntnissen in pharmazeutischer Verfahrenstechnik, die sowohl in Automatisierungstechnik als auch in Chemie und Pharmazie qualifiziert sind.

Unsere Fachleute kennen sich bestens mit dem FDA-Standard (Food and Drug Administration) aus, der bei den Fertigungsprozessen marktbeherrschend ist und mit sehr hohen Anforderungen aufwartet“, bemerkt der Entwicklungsleiter. „Außerdem ist eine unserer Business Units für die Instandhaltung am gesamten Standort Marcy-l‘Etoile zuständig, von der Produktion bis zur Forschung und Entwicklung.”

Last but not least kann Actemium auf einen weiteren Vorteil verweisen, so Jean-Pierre Nemoz: die Marke bietet maßgeschneiderte Lösungen. „Unter anderem aufgrund dieser Agilität sind wir mit Sanofi in Gespräche über die Teilnahme am Projekt EVF (Evolutive Vaccine Facility ) in Neuville-sur-Saône eingetreten, eine neuartige, flexible Einheit mit mehreren Produktionsmodulen, die gleichzeitig und saisonabhängig drei bis vier unterschiedliche Vakzine herstellen kann.”

11/03/2021