Durch den Einsatz mehrerer, privater wie auch öffentlicher Clouds wird ein Unternehmen agiler und innovationsfähiger. Eine Multi-Cloud-Lösung setzt jedoch eine Lernkurve voraus, um alle Vorteile nutzen zu können.

Viele französische Unternehmen machen es wie M. Jourdain und nutzen bereits unbewusst eine Multi-Cloud-Lösung. Laut der Studie „Multicloud 2020“ von Axians und Dell Technologies laufen in 47 % aller IT-Abteilungen Projekte oder Überlegungen in diesem Bereich. Aber nur 9 % der Befragten gaben an, mit dem Konzept bereits völlig vertraut zu sein.

Multi-Cloud-Technologie löst wichtige Herausforderungen der Coronakrise

Was ist Multi-Cloud? Wie der Name schon sagt, sind bei einem solchen System mehrere private oder öffentliche Clouds im Einsatz. „Ein Unternehmen wandelt beispielsweise sein Rechenzentrum in eine private Cloud um, verwendet aber parallel dazu Office 365. Ein Teil der Daten dieser kollaborativen Programmsuite wird intern gehostet, ein anderer Teil in der öffentlichen Microsoft-Cloud Azure“, erläutert Yves Pellemans, Chief Strategy Officer und strategischer Direktor von Axians Cloud Builder.

Durch Multi-Cloud reagieren die IT-Abteilungen auf die größten Herausforderungen der derzeitigen Coronakrise, denn das System fördert laut den Befragten das Arbeiten im Homeoffice (81,7 %), die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs (53,7 %), die Sicherheit (51,9 %) sowie die Digitalisierung der Berufswelt (48,4 %).  Eine öffentliche Cloud kann beispielsweise zur Aufrechterhaltung oder Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs eingesetzt werden.

Zu den Vorteilen von Multi-Cloud gehören in den Augen der Befragten aus den IT-Abteilungen die vereinfachte Administration mehrerer Systeme (46 %) und die Spezialisierung der Clouds nach Aktivitätstyp (42 %). „Die Unternehmen wenden sich für innovative Lösungen immer an den jeweils leistungsfähigsten Cloud Provider“, so Pellemans weiter. „Derzeit gilt beispielsweise Google Cloud als Experte für Spracherkennung, AWS von Amazon ist Partner der Wahl für den „Analytics“- und „Business Intelligence“-Bereich.“ 

Schwierige Abstimmung

Die Vorteile von Multi-Cloud ergeben sich jedoch nicht unmittelbar, sondern erfordern eine Lernkurve. Wenn ein Unternehmen zunächst nur auf eine einzige öffentliche Cloud zugreift, macht es sich von seinem Lieferanten abhängig (58 % aller IT-Abteilungen sahen dies als Nachteil). Weitere Kritikpunkte: Vertraulichkeit, Sicherheit und Kompetenzverlust.

Yves Pellemans fügt die mangelnde Betriebskostentransparenz hinzu: „Wie viel das Datenhosting vor Ort kostet, ist bekannt. In der Cloud kommen Kosten für das Lesen, Übertragen und Sichern der Daten hinzu.“  

Die Aussicht auf niedrigere Kosten ergibt sich erst in der nächsten Stufe. Das Unternehmen sorgt für Wettbewerb zwischen verschiedenen öffentlichen Clouds und sucht sich das beste Angebot aus. „APIs und Datenaustauschformate unterscheiden sich von einem Anbieter zum nächsten. Deshalb ist es schwierig, solche Entscheidungen rückgängig zu machen oder zwischen mehreren Clouds zu navigieren“, merkt Pellemans an. Hinzu kommt das Sicherheitsmanagement eines so ausgedehnten IT-Systems – Stichwort Zugriffskontrolle und Datenreplikation. 

Laut Pellemans dürfte der Firma VMware eine Schlüsselrolle bei der Steuerung von Multi-Cloud-Systemen zukommen. Für 62 % aller teilnehmenden IT-Abteilungen ist sie Virtualisierungsspezialistin Nummer 1 und hat Partnerschaften mit AWS, IBM, Microsoft Azure und Google Cloud geschlossen, um ihren „Stack“ sowohl in öffentlichen Clouds als auch „on premise“ zu implementieren.

VMware ist mit ihren Technologien in 80 % aller europäischen Unternehmen präsent und deshalb für die meisten IT-Abteilungen ein Begriff“, so Pellemans. Axians ist Partner des amerikanischen Softwarehauses und erhielt kürzlich die vierte „VMware Master Services Competency“.

15/04/2021