Stadtbildprägend und vereinheitlichend soll die Beleuchtung der 12 Fußgängerbrücken sein, die das größte Geschäftsviertel Europas, Paris La Défense, mit den angrenzenden Gemeinden verbinden. Es ist ein Projekt ganz besonderer Art, denn es handelt sich um Bestandsbauwerke an einem komplexen Standort und erfordert den Einsatz einer Vielzahl von Unternehmen.

Ein stadtbildprägendes, Sicherheit vermittelndes, attraktives Lichtkonzept für die 250.000 Arbeitnehmer und Anlieger, die täglich den größten Business District Europas frequentieren, im Zuge der Modernisierung der Bauwerke nach den aktuellsten Normen (AFNOR, ISO, UTE, PMR für den Aspekt Barrierefreiheit usw.) heißt es im Lastenheft für das Ende 2017 initiierte Projekt „12 Fußgängerbrücken“ in Paris La Défense. 

„Es geht um die urbanistische Funktion der Brücken durch ein das Stadtbild vereinheitlichendes Lichtdesign.“

Ausgangspunkt waren Überlegungen bezüglich der Erneuerung der zu unterschiedlichen Zeitpunkten in uneinheitlichem Stil errichteten Brücken, die die Fußgängerebene des Geschäftsviertels mit den angrenzenden Gemeinden Nanterre, Courbevoie und Puteaux verbinden. Gesamtauftragswert: ca. 10 Millionen Euro. Geplante Bauzeit: drei Jahre.

Partnerschaftsansatz 

Das großangelegte Projekt hat zahlreiche Partner auf den Plan gebracht. Für die Bauleitung zeichnet eine Konsortialgemeinschaft verantwortlich, bestehend aus dem Architektenbüro Dietmar Feichtinger Architectes, Federführung, dem Engineeringbüro Ingérop und dem Planungsbüro Arcora für die wirtschaftliche Überwachung sowie der Agentur Wonderfulight für das Lichtdesign. Die Ausführung wurde in Arbeitspaketen auf sechs Unternehmen verteilt, darunter Citeos (VINCI Energies) für die Installation der Beleuchtung. 

„Abgesehen von der technischen Hochrüstung und Bauwerkinstandsetzung geht es um die urbanistische Funktion der Brücken durch ein das Stadtbild vereinheitlichendes Lichtdesign“, erklärt Nicolas Hérault, BU-Leiter, Citeos Grands Projets.

Das stadtbildprägende Konzept des Lichtdesigners Wonderfulight beruht auf einer grafischen, linear oder punktförmig gestalteten Lichtführung in Rot und Weiß. Insgesamt werden 750 m Lichtbänder in den Boden eingelassen und über 450 LED-Strahler in die Handläufe integriert. Weitere Ausstattungselemente sind beleuchtete Panoramafenster und den Ausblick beschreibende Pulte im Bereich der Geländer sowie Gobo-Projektoren, um die Unterseite der Brücken zu beleuchten, so dass sie dank der projizierten Lichtstreifen auch von der Straßenebene aus ins Auge stechen.

Anforderungen

„Es ist ein Projekt mit ausgeprägter architektonischer Komponente, technisch und organisatorisch sehr anspruchsvoll“, merkt Laurane Dorn an, Projektleiterin bei Citeos Grands Projets. Für diese Business Unit von VINCI Energies ist das „12 Brücken“-Projekt mit mehreren Herausforderungen verbunden.

Bei laufendem Betrieb in einer komplexen urbanen Zone mit mehreren Ebenen an zum Teil baufälligen Bestandsbauwerken zu arbeiten, die täglich Abertausende Menschen passieren, erfordert Einiges an Einfallsreichtum und Anpassungsfähigkeit. Die vorbereitenden Roh- und Metallbauarbeiten machen eine enge Koordinierung aller Gewerke erforderlich, um die Beleuchtungselemente passgenau installieren zu können. „Für das präzise Schnittstellenmanagement, ohne das ein solches Projekt ein Ding der Unmöglichkeit wäre, war unsere Kompetenz bei Ausführung komplexer Projekte gefragt“, präzisiert Laurane Dorn.

Komplex ist das Projekt auch infolge seiner Dauer, die sich über drei Jahre erstreckt. Technisch heikle Arbeitseinsätze bei laufendem Betrieb machen es immer wieder notwendig, den Zeitplan zu überarbeiten. Die Teams müssen sich ständig anpassen, ihre Arbeit unterbrechen oder gleichzeitig an mehreren Stellen Hand anlegen. 

Ende Dezember 2020 werden die vier Fußgängerbrücken Triangle, Jean Moulin, Louis Blanc und Orme wieder für den uneingeschränkten Fußgängerverkehr freigegeben. Die übrigen folgen im Laufe des Jahres 2021.

11/02/2021