Eigentümer:innen kleinerer Liegenschaften, insbesondere Gewerbeflächen, wurden lange Zeit durch die hohen Kosten überdimensionierter Gebäudeleittechnik-Systeme (GLT) benachteiligt. Seit neuestem gibt es aber kleinere, leistungsfähige und erschwingliche Lösungen.

Die Zahl spricht Bände. Laut dem französischen Verband der Elektro- und Elektronikbranche GIMELEC waren 2025 nur 16 % aller Gewerbestandorte, -gebäude und -flächen mit einem BACS (Building Automation & Control System) oder einer GLT (Gebäudeleittechnik) ausgestattet. Vor allem aber ist diese Zahl gegenüber 2024 nur um 1 % gewachsen. Viel zu wenig in Anbetracht des von der französischen Regierung aufgestellten Fahrplans, laut dem bis zum 01.01.2030 sämtliche vorhandenen Dienstleistungsgebäude mit einer Nenn-Nutzleistung über 70 kW über solche Systeme müssen.
Da hilft wohl nur, die Ärmel hochzukrempeln – insbesondere bei Flächen unter 1.000 m², von denen bisher nur 7 % in ein GLT-System investiert haben (gegenüber 80 % aller Liegenschaften über 20.000 m²).
Grund dafür sind Standards, die weder dem Bedarf noch dem Budget der Eigentümer:innen und Betreiber:innen entsprechen. „Ursprünglich war das Angebot für große Flächen gedacht. Dementsprechend teuer ist die Hardware: ab 40.000 € aufwärts, je nach Kapazität und Funktionsumfang. Viel zu viel für kleine Lebensmittel- und Fachmärkte, Bankfilialen und Restaurants“, erläutert Damien Fougère, Leiter der BU Elec West (VINCI Energies Building Solutions).
Einfache, unkomplizierte Lösungen
Angesichts des vorhandenen Bedarfs empfehlen Branchenvertreter:innen, allen voran der Branchenverband GIMELEC, die Entwicklung von bedarfsgerechten „Mini-GLT“-Systemen zu beschleunigen, vor allem für Gewerbeflächen. „Mehrere Firmen sind dabei, einfache und leicht umzusetzende Lösungen auf den Markt zu bringen, und das ganz ohne Abstriche in Sachen Leistung und Sicherheit“, so Fougère weiter.
„Die Miniaturisierung wirkt sich nicht negativ auf die Verbesserung der Energieeffizienz aus.”
Die VINCI Energies-Tochter Elec Ouest ist auf die Integration von Stark- und Schwachstromlösungen für Gewerbeflächen, Industrie- und Logistikgebäude spezialisiert und bietet ihren Kund:innen eine schlüsselfertige Lösung auf Grundlage der Loxone-Technologie an. „Das ist eine kleine Steuerung mit freier Lizenz. Die Programmierung geht ganz einfach, weil sie nativ in die Überwachung integriert ist. Sie wird lediglich in den Schaltschrank eingebaut und dann an die spezifischen Anforderungen vor Ort angepasst“, bemerkt Ronan Bédu, Projektleiter Elec Ouest.
Weniger Stromverbrauch
Aber auch eine „Mini-GLT“ ist eine echte GLT. Sie senkt den Gesamtenergieverbrauch des Standorts, indem Funktionen wie die Beleuchtung des Parkplatzes, der Servicebereiche und der Verkaufsflächen, das Alarmsystem, die Rollgitter, die Heizung, Klima und Lüftung (HKL), die Verschattungsanlagen usw. automatisiert werden.
„So eine „Mini-GLT“ hat sicherlich weniger Rechenleistung und einen geringeren Funktionsumfang, aber die Miniaturisierung wirkt sich nicht negativ auf die Verbesserung der Energieeffizienz aus. Auch mit einer kleinen Steuerung, die mittels Smartphone bedient werden kann, sinkt der Stromverbrauch um bis zu 30 %. Kund:innen mit mehreren Filialen oder Geschäften bekommen außerdem einen vollständigen Überblick über sämtliche Liegenschaften“, argumentiert Bédu.
20/05/2026