Bei „Network as a Service“ (NaaS) stellt eine Dienstleistungsfirma eine komplette Netzwerkinfrastruktur im Abonnement zur Verfügung. Das Kundenunternehmen braucht somit nie wieder in rasch veraltende Komponenten oder deren Instandhaltung zu investieren. Gleichzeitig verfügt es jederzeit über ein hochmodernes Netzwerk.

Nach SaaS, IaaS und PaaS gibt es jetzt NaaS, ein neues Kürzel im Bereich der „Services on Demand“ (siehe dazu unser umfassendes Dossier „As a Service“) Dieses Network as a Service bedeutet, dass eine komplette Netzwerkinfrastruktur im Abonnement zur Verfügung gestellt wird.

„Mit NaaS bekommt die Wirtschaft eine schnell zu implementierende Netzwerkinfrastruktur, die in Abhängigkeit vom Geschäftsgang skalierbar ist”

So muss ein Unternehmen nicht mehr in Netzwerkkomponenten mit schnellem Wertverlust investieren, braucht sie nicht mehr zu warten oder das Netzwerk ständig an seine Anforderungen anzupassen. Es lagert diese Tätigkeiten an einen Dienstleister aus, der die Netzarchitektur konzipiert, installiert und rund um die Uhr am Laufen hält.

Finanziell sorgt diese Lösung für planbare Kosten und verwandelt Investitionsausgaben (CapEx) in Betriebskosten (OpEx): Dank NaaS zahlt das Unternehmen nur noch für das, was es auch verbraucht. Gleichzeitig kann es die Netzwerkkapazitäten jederzeit vergrößern oder verkleinern. Die Lösung ist individuell und flexibel konfigurierbar. Sie passt sich an das Geschäft des Unternehmens an und unterstützt es in seiner Entwicklung. 

Die IT-Abteilung kann sich sicher sein, jederzeit über ein hochmodernes Netzwerk zu verfügen, das den marktüblichen Standards entspricht und die neuesten Innovationen integriert. Außerdem werden die IT-Teams von Monitoringaufgaben ohne echten Mehrwert entlastet; gleichzeitig sorgen Service Level Agreements für hohe Verfügbarkeit und somit für eine hervorragende Nutzererfahrung.  Die IT-Abteilung braucht auch kein eigenes Personal mehr zu schulen und fortzubilden.

Schlüsselrolle des Integrators

Laut Daniel Thomas, Head of Solution Development bei Axians, der VINCI Energies-Fachmarke für ICT-Lösungen, ist NaaS für Unternehmen mit mehreren Standorten und über 500 Mitarbeitenden interessant. „Zwar ist das Konzept für sämtliche Branchen geeignet, aber geradezu ideal für das Rechtswesen, die öffentliche Verwaltung und den Gesundheitssektor.“ Seiner Meinung nach „ist NaaS keine Technologie, sondern ein Framework, kein Produkt, sondern eher eine Lösung“.

Bei diesem Ansatz ist die Rolle eines Integrators wie Axians von besonderer Bedeutung. Er ist es nämlich, der nach dem Motto „Best of Breed“ die besten Lieferant_innen und Technologien aussucht, Baustein für Baustein. „Der Integrator muss den Markt ständig beobachten, um mit dem schnellen, permanenten Wandel in diesem Bereich Schritt zu halten“, so Thomas weiter.

NaaS geht Hand in Hand mit Netzwerkvirtualisierungstechnologien wie SDN (Software Defined Networking) und NFV (Network Functions Virtualization). Außerdem nutzt das System maschinelles Lernen für die Echtzeitüberwachung und die automatische Meldungsbearbeitung und Bedrohungserkennung.

Laut Thomas sorgt die künstliche Intelligenz so für mehr IT-Sicherheit, aber durch eine ideale Konfiguration der Netzwerkparameter auch für einen kleineren CO2-Fußabdruck des Unternehmens durch Optimierung des Stromverbrauchs. 

Cloud und Netzwerkvirtualisierung

Angesichts dieser Vorteile wird sich NaaS in den nächsten Jahren stark entwickeln. Das Marktforschungsunternehmen Global Market Insights prognostiziert für den Zeitraum 2019 bis 2025 eine jährliche Zunahme des Weltmarkts um 35 %. Das entspricht einem Umsatzzuwachs von 5 auf 50 Milliarden Dollar.

Noch steckt dieser Markt in den Kinderschuhen, aber immer mehr Unternehmen kennen das Konzept und lassen sich informieren“, beobachtet Daniel Thomas. „Die USA sind hier schon weiter. In Europa verzeichnen die Niederlande, Deutschland, Frankreich und Großbritannien starke Zuwächse.”

Der Axians-Experte geht davon aus, dass die Coronakrise und die allgemeine Digitalisierungswelle zu einer schnelleren Implementierung von „as a Service“-Lösungen führen dürfte. NaaS ist die logische Weiterentwicklung. „Die Wirtschaft will eine schnell zu implementierende Netzwerkinfrastruktur, die in Abhängigkeit vom Geschäftsgang skalierbar ist“, meint er abschließend.

Das Wachstum des NaaS-Marktes hat insbesondere damit zu tun, dass immer mehr Unternehmen Tätigkeiten in die Cloud auslagern. Immer größere Datenmengen von diversen digitalen Plattformen und der Trend zum mobilen Arbeiten sorgen für enormen Druck auf Unternehmensnetzwerke. Deshalb migrieren Firmen in die Cloud, wo sie eine Vielzahl von Geschäftsanwendungen hosten können.

Cloudkompatible NaaS-Plattformen unterstützen sie bei der Implementierung der Anwendungen, ergänzt durch Netzwerkfunktionen wie virtuelle Router, Servicedifferenzierung und virtuelle Firewalls. Im Gegensatz zu anderen Lösungen, die auf ergänzenden virtuellen Systemen Dritter beruhen, werden diese Plattformen in der Cloud implementiert. Das verringert Netzwerkkomplexität und Administrationskosten.

Ein weiterer Faktor, der zum Marktwachstum beiträgt, ist die massive Einführung von Netzwerkvirtualisierungstechnologien wie Software Defined Networking (SDN) und Network Functions Virtualization (NFV). Diese Technologien liefern die Plattform für NaaS und ermöglichen es Unternehmen, virtuelle Netzwerkdienste auf Abonnementbasis zu vermarkten.

11/03/2021