Nachhaltigere Wassernutzung für mehr Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit
Lesezeit: 6 min.
Wasser wird immer knapper, die diesbezüglichen Vorschriften zunehmend strenger. Die Industrie muss ihre Wassernutzung deshalb grundlegend überdenken. Mit Expertenlösungen und einem umweltbewussten Ansatz begleitet Actemium diese Wasserwende und nutzt die behördlichen Auflagen zur Förderung von Innovation, Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit.

Weltweit steht die Ressource Wasser unter zunehmendem Druck. Weil sie immer knapper wird, werden auch die Vorschriften schärfer und die Zivilgesellschaft fordert einen nachhaltigeren Umgang damit. Vor diesem Hintergrund muss die Industrie, die bei der Fertigung viel Wasser verbraucht, schnell handeln und über ein besseres Brauch- und Abwassermanagement sowie die Optimierung ihrer Verfahren nachdenken. Eine Herausforderung, bei der sie von Partnerfirmen wie Actemium unterstützt wird, der Industriemarke von VINCI Energies.
„Was auf den ersten Blick als Verschärfung der Vorschriften wahrgenommen werden könnte, ist in Wirklichkeit eine riesige Chance“, so Elnaz Khatami, BU-Leiterin bei Actemium in den Niederlanden. „In unseren Augen stimulieren diese Änderungen die Innovation, verbessern die Effizienz und bieten unseren Kund:innen echte Wettbewerbsvorteile.”
Insbesondere in Europa sind diese Veränderungen umso entscheidender, als, so Khatami, „Industrieanlagen immer strengeren Abwasser-Grenzwerten bei BSB*, CSB*, Schwermetallen, Stickstoff, Phosphor und PFAS unterliegen“. Strengere Kontrollen gehen mit häufigeren Probenahmen und Vorgaben zur Installation fortschrittlicher Klärsysteme einher.
Hinzu kommen die ehrgeizigen Sparziele: „Die Industrie soll ihren Wasserverbrauch bis 2035 um 20 % senken. Das ist ein erheblicher Einschnitt, aber wir sehen darin eine ideale Gelegenheit, intelligenter und umweltfreundlicher mit Wasser umzugehen“, unterstreicht die Business Unit General Managerin.
Strategischer Stellhebel statt behördliche Auflage
Das Regelwerk sei keine Belastung, sondern biete neue Leistungsperspektiven, unterstreicht die BU-Leiterin. „Durch intelligentes Wirtschaften können Unternehmen Wasser sparen, ihre Reinigungs-, Kühl- und Dampferzeugungssysteme optimieren und Betriebskosten senken. Und das alles gleichzeitig.”
„Besser noch“, fügt sie hinzu: „Digitale Tools liefern den Unternehmen Echtzeitdaten zum Wasserverbrauch, so dass sie kleinere Probleme sofort erkennen, bevor sie schlimmer werden. Das Ergebnis: Ein rascherer Return on Investment sowie mehr Zuverlässigkeit und Effizienz im Betrieb.“ Schnell spürbare Vorteile also – die Investitionen amortisieren sich im Durchschnitt nach drei Jahren.
„Die Vorschriften ermöglichen der Industrie die Verbesserung ihrer Gesamtleistung.”
Die Modernisierung der Anlagen (Pumpen, Wärmetauscher, Automatisierungssysteme), die Echtzeitüberwachung sowie geschlossene Wasserkreisläufe tragen zur Verfügbarkeit der Verfahrenstechnik und zur Zuverlässigkeit der Produktion bei. Actemium begleitet auch umfangreichere Initiativen: Kläranlagen mit biologischer oder Membranfiltration, Projekte mit dem Ziel „Null Abwasser“ und komplette Digitalisierung des Wassermanagements.
Für die Industriefirmen sind die Vorteile nicht nur rein finanzieller Natur: „Unternehmen, die jetzt schnell handeln, erzielen bessere ESG-Scores, verringern ihre Risiken und erschließen sich anspruchsvollere Kund:innen und Märkte“, unterstreicht Bert Staal, Leiter Business Development bei Actemium in den Niederlanden. Der Wasserverbrauch wird zunehmend zum wichtigen Kriterium für Kund:innen und Behörden.
*BSB (Biologischer Sauerstoffbedarf) und CSB (Chemischer Sauerstoffbedarf) sind Kenngrößen für die Wasserverschmutzung.
Lösungen und Projekte von den Niederlanden bis nach Australien
Für Actemium ist die Wasserproblematik nicht neu. „Der optimierte Umgang mit Wasser ist eines unserer Kernanliegen“, unterstreicht Elnaz Khatami, Business Unit General Manager bei Actemium in den Niederlanden. Seit mehreren Jahren begleitet ihre Business Unit Industriefirmen beim Wassermanagement, der Verbesserung ihrer Effizienz und der Implementierung von Recyclinglösungen.
Actemium ist über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg tätig: Beratung, Engineering, Optimierung, Digitalisierung und schlüsselfertige Projekte. Die Mitarbeitenden führen ein genaues Verbrauchsmapping durch, erkennen Wasserverluste, berechnen Einsparpotenziale und entwickeln maßgeschneiderte Aufbereitungslösungen.
Digitale Technik spielt dabei eine Schlüsselrolle. „Durch die kontinuierliche Überwachung kritischer Parameter (CSB, BSB, pH, Leitfähigkeit usw.) und die SCADA/PLC-Integration bietet Actemium einen optimalen operativen Überblick und eine höhere Prozessstabilität“, erläutert Khatami. Durch die Analyse der Daten können Alarmmeldungen generiert und die prädiktive Instandhaltung ständig weiter verbessert werden.”
Vielfältige Kompetenzen
Die weltweit durchgeführten Projekte zeigen, wie breit Actemium aufgestellt ist. In den Niederlanden hat das Unternehmen im Rahmen des Baus einer Biogas-Entschwefelungsanlage im Auftrag von Econvert, einer Fachfirma für nachhaltige Klärtechnik und Biogasaufbereitung, einen vollintegrierten, schlüsselfertigen Leittechnik-Schrank in einem vorgefertigten Prozesscontainer geliefert. Die Anlage bereitet Biogas auf und klärt das anfallende Abwasser. Die Lösung wurde konzipiert, im niederländischen Werk getestet und vor Ort in Betrieb genommen. Das garantiert Kompaktheit, schnelle Einrichtung und die umfassende Einhaltung sämtlicher Vorschriften.
In Portugal hat Actemium für die Überwachung der Wasserqualität in Stauseen Modelle für maschinelles Lernen entwickelt und implementiert, die die Wasserqualität direkt aus Satellitenbildern (AquaSat) ableiten können. Hinzu kamen IoT-Sensoren, Cloud-Plattformen und die SCADA-Integration. Diese Lösung modernisiert die händische Regulierung der Stauseen durch die Wasserbehörden und ermöglicht ein prädiktives Echtzeit-Management auf Landesebene.
In Marokko hat Actemium gemeinsam mit der Engineering-Firma JESA innerhalb von nur sechs Monaten die afrikaweit größte Meerwasserentsalzungsanlage (Casablanca WAVE II) errichtet. Sie wird mit erneuerbarer Energie betrieben. Die Anlage produziert jährlich bis zu 200 Mio. Kubikmeter Süßwasser und versorgt die Regionen Safi und El Jadida mit Brauch- und Trinkwasser. Das stärkt die regionale Versorgungssicherheit erheblich. Die Wasseraufbereitung erfolgt volldigital und setzt auf künstliche Intelligenz.
In Australien schließlich modernisiert Actemium in einer ARGE von VINCI Construction die größte Binnenkläranlage des Landes, Icon Water. Nach ihrer Modernisierung kann sie täglich 97 Mio. Liter Wasser klären. Möglich wird dies durch modernste biologische Prozesse, eine neue SCADA/PLC-Automatisierung und die kontinuierliche Echtzeitüberwachung der Wasserqualität. Auch in der Bauphase wird Umweltschutz großgeschrieben: Das eingesetzte Wasser wird zu 100 % recycelt, 90 % der Baustoffe wiederverwendet, außerdem kommen klimafreundlicher Beton sowie 100 % Ökostrom zum Einsatz.
20/05/2026