Electrix, eine Tochtergesellschaft von VINCI Energies, ist mit einem ehrgeizigen Projekt zur Verbesserung der Energieeffizienz im gesamten Distrikt von Canberra, der australischen Bundeshauptstadt, beauftragt worden.

Mit knapp 400.000 Einwohnern ist Canberra das kleinste und gleichzeitig am dichtesten besiedelte australische Territorium. Hier wird das Projekt Streetlight umgesetzt, das größte Smart-Lighting-Programm Australiens (https://www.theagilityeffect.com/de/flash/smart-lighting/).

Nach einer zweijährigen Ausschreibungsphase erhielt im November 2017 die australische VINCI-Energies-Tochter Electrix den Zuschlag vom Australian Capital Territory (ACT) Government. Sie leitet das auf sieben Jahre angelegte Projekt und wird dabei in Sachen Technik- und Finanzplanung von Omexom (VINCI Energies) unterstützt.

Electrix übernimmt im Rahmen dieses Energieeinsparvertrages Wartung und Betrieb von mehreren tausend Netzkilometern sowie Renovierung, Betrieb und Instandhaltung von über 80.000 Leuchtstellen (wovon über 50.000 auf LED-Technik umgestellt werden) und verpflichtet sich gleichzeitig, 47 Prozent Energie einzusparen. Eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass die Stadtbeleuchtung fast 40 Prozent des Gesamtstromverbrauchs des ACT ausmacht.

Hypervisor und Smart City

Mit dem Projekt sollen bis 2020 die Treibhausgasemissionen des Territoriums gegenüber 1990 um 40 Prozent und bis 2050 auf null abgesenkt werden“, erläutert Alexis Tillie, Business-Unit-Manager bei Omexom. „Außerdem ermöglicht es die schrittweise und flexible Implementierung der für die Smart City erforderlichen Tools.“

Tatsächlich wird parallel zur Umrüstung der Stadtbeleuchtung ein energiesparendes Funknetz mit niedriger Datenrate aufgebaut, um die Beleuchtung zu vernetzen und weitere Equipments und Sensoren einzubinden. So möchte das ACT zu geringen Kosten auch anderen öffentlichen Diensten einen geeigneten Netzzugang zur Verfügung stellen, etwa den Wasser- und Stromversorgern, Projektentwicklern und Hochschulen.

„Die Tools für die Smart City werden schrittweise und flexibel implementiert.“

Ein weiterer innovativer Aspekt dieses Projekts ist die Implementierung von zwei Tools zur Maintenance- und Betriebsunterstützung, die VINCI Energies in Frankreich entwickelt hat und die Electrix bei der Erreichung der ehrgeizigen Vertragsziele helfen sollen:

  • Dabei handelt es sich zunächst um die CityApp, eine Lösung zur Instandhaltungs- und Betriebsunterstützung mit einer Tablet-Anwendung für die Techniker und einem zentralen Webportal, das zur Analyse der Einsatz- und Hardwaredaten und zur Einsatzplanung dient. Diese Lösung verbessert die Effizienz der Instandhaltungsprozesse sowie das Infrastrukturmanagement. CityApp wurde weltweit bereits von über 120 Städten eingeführt.
  • Eine weitere Lösung ist der BIMCity-Hypervisor, der durch die Vernetzung mit vier Betriebsunterstützungssystemen (1) für die Automatisierung und Beschleunigung des Informationsaustauschs, die Gewährleistung der Datenqualität und -aktualität und zur Schaffung einer direkten Schnittstelle zu den Bürgern implementiert wird. Aufgrund dieser zentralen Position wird BIMCity derzeit auch zum Monitoring der Vertragskennzahlen eingesetzt, bis diese Datenströme tiefergehend analysiert werden können.

Electrix unterstützt mit diesem Vertrag das ACT bei der Schaffung eines geeigneten Umfelds für die Entwicklung der Smart City und wird deshalb nach erfolgter Implementierung von BIMCity für die Stadtbeleuchtung die Erweiterung um weitere Serviceleistungen oder Anwendungen anbieten. Dies erfolgt dann nach demselben Modell durch Vernetzung mit Fachsystemen oder direkt mit Equipments und Sensoren. Möglich wären sogar Systeme zur Verkehrslagedarstellung und Mobilitätsunterstützung für die Bürger.

(1) Die Plattform zur Zentralisierung von Bürgeranfragen, das Client-System des Infrastrukturmanagements, das Fernbedienungssystem für die vernetzten Straßenlaternen sowie die CityApp.

17/01/2019